Über 7.000 Menschen warten in Deutschland auf eine Spenderniere. Die Wartezeit beträgt oft mehrere Jahre. Umso wichtiger ist es, dass jedes gespendete Organ in bestmöglichem Zustand beim Empfänger ankommt. Das Universitätsklinikum Leipzig hat dafür jetzt als erste Klinik in Deutschland eine neue Methode eingesetzt.
Einen Tag nach Inkrafttreten der überarbeiteten Richtlinie der Bundesärztekammer führten Ärzte jetzt am UKL zwei Nierentransplantationen durch. Dabei nutzten sie erstmals die sogenannte maschinelle Perfusion. Eine Frau und ein Mann erhielten die Nieren eines über 70-jährigen Spenders.
Mehr ältere Spender erfordern neue Wege
Die neue Richtlinie erlaubt den Einsatz der maschinellen Perfusion bei bestimmten Spenderorganen. Dazu gehören Nieren von Personen über 60 Jahren sowie von 50- bis 59-Jährigen mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck. „Da der Spender unter die Spenderkriterien der neuen Richtlinie fiel, ergab sich für uns die Möglichkeit, bereits im Rahmen dieser Organspende die maschinelle Perfusion einzusetzen", erklärt Prof. Tautenhahn.
Dr. Jan Kowald, Ärztlicher Leiter der Transplantationskoordination am UKL, betont die Bedeutung: „Da weiterhin zu wenige Spenderorgane zur Verfügung stehen, müssen die Patientinnen und Patienten auf der Warteliste kritisch lange auf eine Transplantation warten." Gleichzeitig nehmen Alter und Vorerkrankungen der Spender zu. Die neue Technik könne helfen, vorhandene Organe besser zu nutzen.
Die beiden transplantierten Nieren entwickeln sich bei den Empfängern gut. In Leipzig erforschen Wissenschaftler zudem, ob sich Organe während der Perfusion therapeutisch verbessern lassen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation stellt die nötigen Geräte bereit.