Telefonische Krankschreibungen haben in Sachsen in der Vergangenheit kaum eine Rolle gespielt. Ihr Anteil an allen Krankmeldungen lag im Jahr 2021 bei 0,8 Prozent, teilte die Barmer Krankenkasse mit. Im Jahr 2023 seien es 1,2 Prozent gewesen, Angaben zu 2024 und 2025 machte die Kasse nicht. Untersucht wurden die Daten von rund 105.000 Erwerbspersonen im Alter von 15 bis 64 Jahren, die bei der Barmer in Sachsen versichert sind. Die CDU-SPD-Koalition im Bund möchte die Möglichkeit, sich per Telefon vom Arzt krankschreiben zu lassen, abschaffen.
Krankenstand geht zurück
«Der Trend von rückläufigen Krankenständen ist ein positives Signal für Beschäftigte und Unternehmen. Dennoch ist der Arbeitsplatz das wichtigste Setting für Prävention im Erwachsenenalter», betonte Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen. Die hohen Krankenstände ließen sich nicht auf einzelne Ursachen zurückführen.
Ältere Beschäftigte sind seltener krank, fallen aber länger aus
Nach Erkenntnissen der Barmer haben vor allem die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die Folgen der Corona-Pandemie, die Demografie sowie arbeitsbedingte Belastungen Einfluss auf die Entwicklung der Fehlzeiten, hieß es. Bei jüngeren Beschäftigten nähmen vor allem psychische Belastungen und Erkrankungen zu, während ältere Beschäftigte seltener, aber oftmals länger ausfielen.
Arbeitgeber können Beitrag zur Senkung der Fehlzeiten leisten
Die Analyse zeige außerdem, dass Arbeitgeber einen entscheidenden Beitrag zur Senkung von Fehlzeiten leisten könnten, teilte die Barmer mit. Gute Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitsmodelle, wertschätzende Führung und ein wirksames betriebliches Gesundheitsmanagement wirkten sich nachweislich positiv auf die Gesundheit der Beschäftigten aus.