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Demenzrisiko: Der Lebensstil mit 25 entscheidet mit

Was schon in Jungen Jahren zählt: Bewegung, Ernährung und psychische Gesundheit schützen das Gehirn – auch Jahrzehnte später.
Der Lebensstil junger Erwachsener beeinflusst das Demenzrisiko im Alter. © Colourbox
Von: Wissensland
Die entscheidenden Risikofaktoren für Demenz entstehen nicht erst im Alter. Eine Studie der Universität Leipzig zeigt, dass Lebensstil und Gesundheit bereits bei jungen Erwachsenen mit der Gehirnleistung zusammenhängen. Was das bedeutet.

Demenz gilt als eine Krankheit des Alters. Doch die Weichen dafür könnten viel früher gestellt werden als bisher angenommen. Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig haben herausgefunden, dass Risikofaktoren für Demenz bereits bei jungen Erwachsenen mit Unterschieden in der geistigen Leistungsfähigkeit zusammenhängen.

Für ihre Studie, veröffentlicht im Fachmagazin „Alzheimer's & Dementia", nutzten sie Daten von knapp 150.000 Menschen aus der bundesweiten Gesundheitsstudie NAKO. Für jede Person berechneten sie den sogenannten LIBRA-Score. Der Index fasst verschiedene bekannte Risikofaktoren für Demenz zusammen. Dazu gehören etwa Rauchen, Bewegungsmangel, Depressionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Je höher der LIBRA-Score, desto schlechter die geistige Leistungsfähigkeit – in jedem Alter.

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Die Risiken verschieben sich im Leben

Dabei fiel auf, dass sich die Art der Risiken mit dem Alter verändert. Bei Jüngeren dominierten Verhaltensfaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und depressive Symptome. Bei Älteren traten dagegen Herz-Kreislauf-Probleme wie Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte stärker in den Vordergrund. "Die Risikoreduktion sollte nicht erst mit 40 oder 60 Jahren beginnen, sondern schon im jungen Erwachsenenalter ansetzen", betont Prof. Steffi G. Riedel-Heller, Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) der Universität Leipzig.

Wenn Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Ernährung oder psychische Gesundheit früh in den Blick genommen würden, könne man vermutlich viel für die Gehirngesundheit im Alter tun.

Soziale Ungleichheit erhöht das Risiko zusätzlich

Die Studie brachte noch einen weiteren, unbequemen Befund mit sich. Wer weniger Geld oder Bildung hat, trägt im Durchschnitt ein höheres Demenzrisiko. Besonders betroffen waren Frauen mit niedrigem sozioökonomischem Status, also Frauen, die in finanziell oder sozial schwierigeren Verhältnissen leben.

Auch zwischen Männern und Frauen gab es Unterschiede. Männer wiesen im Schnitt ungünstigere Risikowerte auf. "Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Demenzrisiko nicht nur mit individuellen Faktoren zusammenhängt", bringt es Wissenschaftler Felix Wittmann auf den Punkt. "Wenn wir soziale Ungleichheiten nicht stärker in den Blick nehmen, laufen wir als Gesellschaft Gefahr, dass die besonders gefährdeten Gruppen von wichtiger Risikoreduktion am wenigsten profitieren."

Die Studie schließt zudem eine wichtige Forschungslücke. Der LIBRA-Index wurde bislang vor allem für Menschen ab 40 Jahren untersucht. Die Leipziger Ergebnisse zeigen nun, dass sich Zusammenhänge zwischen Demenzrisiken und geistiger Leistungsfähigkeit bereits bei 20- bis 39-Jährigen nachweisen lassen. Die Botschaft der Forschenden: Wer die Gehirngesundheit im Alter schützen will, sollte nicht erst im Ruhestand damit anfangen. Viele entscheidende Weichen werden offenbar schon Jahrzehnte früher gestellt.


Originalpublikation in Alzheimer's & Dementia:

Associations of the Lifestyle for Brain Health (LIBRA) index with cognitive functioning across adulthood: Variation by sex and socioeconomic status in the German National Cohort (NAKO).

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