Die Krankheit beginnt oft lange bevor jemand etwas merkt. Ein europäisches Forschungsprojekt will Typ-1-Diabetes bei Kindern deshalb früher erkennen. Mit einem einfachen Bluttest. 100.000 Kinder und Jugendliche wurden bereits untersucht, mehr als 7.500 davon in Sachsen.
Das Projekt heißt EDENT1FI und läuft seit 2023. Es wird von Forschenden aus 27 Partnerorganisationen in 13 europäischen Ländern getragen. In Dresden sind Wissenschaftler am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der TU Dresden und am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus beteiligt. Sie wollen Typ-1-Diabetes bei Kindern erkennen, bevor erste Symptome auftreten.
Früh erkannt – besser begleitet
Ein positiver Test bedeutet nicht sofort Insulinspritzen oder eine Pumpe. Betroffene Kinder werden regelmäßig nachuntersucht. Familien erhalten Beratung und Unterstützung. Und sie haben Zeit, sich vorzubereiten. Seit Januar 2026 gibt es in Europa sogar ein Medikament, das den Ausbruch der Krankheit verzögern kann: Teplizumab. Es ist zugelassen für Kinder ab acht Jahren, bei denen Typ-1-Diabetes im Frühstadium erkannt wurde, aber noch nicht klinisch ausgebrochen ist. Wer nichts von seiner Erkrankung weiß, kann dieses Zeitfenster nicht nutzen.
"100.000 gescreente Kinder zu erreichen ist ein wichtiger Meilenstein für die Diagnose von Typ-1-Diabetes im Frühstadium", sagt Prof. Chantal Mathieu, Co-Koordinatorin von EDENT1FI. "Dieser Erfolg zeigt, wie internationale Zusammenarbeit die Versorgung von Menschen mit Typ-1-Diabetes verändern kann." Insgesamt sollen 220.000 Kinder und Jugendliche in Europa untersucht werden. Die Screening-Rate liegt bereits bei rund 6.500 Teilnehmenden pro Monat.