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Bluttest soll Typ-1-Diabetes bei Kindern früher erkennen

Gesunde Kindheit absichern: Im Rahmen des Projekts EDENT1FI wurden bereits mehr als 7.500 Kinder in Sachsen auf frühen Typ-1-Diabetes untersucht.
Früh getestet, besser geschützt: Ein einfacher Bluttest kann Typ-1-Diabetes bei Kindern erkennen, bevor die Krankheit ausbricht. © Veerle Scheppers Fotografie
Von: Wissensland
Ein Bluttest aus wenigen Tropfen könnte schwere Diabeteskrisen bei Kindern verhindern. Forschende der TU Dresden und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus sind Teil eines europäischen Projekts, das Typ-1-Diabetes erkennt, bevor er ausbricht. 100.000 Kinder wurden bereits getestet.

Die Krankheit beginnt oft lange bevor jemand etwas merkt. Ein europäisches Forschungsprojekt will Typ-1-Diabetes bei Kindern deshalb früher erkennen. Mit einem einfachen Bluttest. 100.000 Kinder und Jugendliche wurden bereits untersucht, mehr als 7.500 davon in Sachsen.

Das Projekt heißt EDENT1FI und läuft seit 2023. Es wird von Forschenden aus 27 Partnerorganisationen in 13 europäischen Ländern getragen. In Dresden sind Wissenschaftler am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der TU Dresden und am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus beteiligt. Sie wollen Typ-1-Diabetes bei Kindern erkennen, bevor erste Symptome auftreten.

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Was steckt hinter Typ-1-Diabetes?

Bei Typ-1-Diabetes greift das eigene Immunsystem die Zellen der Bauchspeicheldrüse an, die Insulin herstellen. Insulin ist lebenswichtig, es reguliert den Blutzucker. Wer es nicht mehr selbst produziert, ist ein Leben lang auf Spritzen oder eine Pumpe angewiesen. Der Angriff des Immunsystems beginnt oft schon früh im Leben, meist Jahre bevor erste Symptome auftreten.

Genau hier setzt das Screening an. Beim Screening, einer gezielten Vorsorgeuntersuchung, werden wenige Tropfen Blut auf sogenannte Inselautoantikörper getestet. Diese Antikörper zeigen an, dass das Immunsystem bereits gegen die insulinproduzierenden Zellen aktiv ist. "Durch die Identifizierung von Kindern mit einem Frühstadium des Typ-1-Diabetes können schwere Stoffwechselentgleisungen weitestgehend vermieden und gemeinsam neue Therapieansätze in Europa entwickelt werden", erklärt Dr. Gita Gemulla, Kinderdiabetologin am Dresdner Uniklinikum.

Früh erkannt – besser begleitet

Ein positiver Test bedeutet nicht sofort Insulinspritzen oder eine Pumpe. Betroffene Kinder werden regelmäßig nachuntersucht. Familien erhalten Beratung und Unterstützung. Und sie haben Zeit, sich vorzubereiten. Seit Januar 2026 gibt es in Europa sogar ein Medikament, das den Ausbruch der Krankheit verzögern kann: Teplizumab. Es ist zugelassen für Kinder ab acht Jahren, bei denen Typ-1-Diabetes im Frühstadium erkannt wurde, aber noch nicht klinisch ausgebrochen ist. Wer nichts von seiner Erkrankung weiß, kann dieses Zeitfenster nicht nutzen.

"100.000 gescreente Kinder zu erreichen ist ein wichtiger Meilenstein für die Diagnose von Typ-1-Diabetes im Frühstadium", sagt Prof. Chantal Mathieu, Co-Koordinatorin von EDENT1FI. "Dieser Erfolg zeigt, wie internationale Zusammenarbeit die Versorgung von Menschen mit Typ-1-Diabetes verändern kann."  Insgesamt sollen 220.000 Kinder und Jugendliche in Europa untersucht werden. Die Screening-Rate liegt bereits bei rund 6.500 Teilnehmenden pro Monat.

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