Es ist immer gefährlich zu schreiben, dass jemand verrückt sei. Meistens ist das ja auch eine Un-Formulierung, aber in besonderen Fällen ist das ein Lob. Im Fall von Frank Höflich ist die Sache relativ stabil: Er ist einer der Teste Matte, der verrückten Köpfe. Das ist die Eigenbezeichnung von anfangs vier und mittlerweile fünf Winzern, die mal zusammen studiert haben und in unterschiedlichen Ländern nun ihre Familienweingüter betreiben. Zusammen machen sie zwei Weine: eine rote Cuvée und eine weiße. Verrückte Köpfe, Teste Matte, steht bei beiden auf dem Etikett, zusammen mit den Namen der Winzer.
Europäischer Wein sind die beiden Cuvées, in denen grenzüberschreitend Ideen und auch Trauben ausgetauscht werden. Wenn man die auf dem Weingut am Rande der Weinberge von Großostheim probiert, muss man natürlich über mehrere Dinge nachdenken: zuallererst natürlich über die Antwort auf die Frage, wo Großostheim liegt! In Churfranken, etwas südlich von Aschaffenburg! Aber dann natürlich: wie war das eigentlich mit dem Terroir, welche Rolle spielt es bei europäischem Wein aus mehreren Regionen? Und, aus deutscher Konsumentensicht: warum denken immer noch viele, dass Cuvées weniger gut sind als rebsortenreine Weine? Antwort: unter dem selbst unter Profis still und heimlich akzeptierten Grundsatz „schmecken muss es!“ lässt sich das aber alles ganz gut erklären. Und vielleicht sollten die Winzer einfach mal zugeben, dass für sie Kopf- und Kellerarbeit auch wichtig ist: „Qualität entsteht im Weinberg!“ sagen sie immer, was ja auch nicht falsch ist – denn aus schlechtem Material im Weinberg dann im Keller einen guten zu machen dürfte unendlich viel schwieriger sein als aus guten Trauben im Berg im Keller was Belangloses werden zu lassen.