Ein großer Tag für vier Winzerinnen und vier Winzer aus sechs sächsischen Weingütern: im Festsaal der Hoflößnitz erhielten sie jetzt am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung ihre Zeugnisse – und als Zugabe zum Nachweis der abgeschlossenen Lehrzeit eine Flasche mit Goldriesling, der sächsischen Einzigartigkeit. Alle acht Winzerinnen (ich nutze in diesem Artikel bewusst nur die weibliche Form als Gegenpol zu einer der Festreden, wo nur von Winzern gesprochen wurde, aber die männlichen Kollegen sind natürlich mitgemeint) – also alle acht Winzerinnen bleiben nach der Ausbildung in Sachsen,und alle acht haben bereits eine feste Stelle.
Felix Hößelbarth, Hausherr der Hoflößnitz und Vorsitzender des sächsischen Weinbauverbandes, thematisierte die säschsische Sesshaftigkeit in seiner Begrüßungsrede sehr treffend: „Ich freue mich, dass dieses Jahr so viele Azubis im Gebiet bleiben, wie wir das schon lange nicht mehr hatten,“ sagte er und ließ dem Einsersits gleich eine wichtige andere Überlegung folgen: „Andererseits denke ich, ihr seid auch jung, nutzt also auch noch mal die Chance, woanders hinzugehen! Weinbau gibt’s fast überall auf der Welt, guckt euch an, wie die das dort machen, guckt euch das ab. Und dann ist aber auch wichtig, dass ihr irgendwann wieder nach Sachsen zurückkommt und dieses ganze Know-how, was ihr aufgesaugt habt, mit nach Hause bringt und zum Wohle des sächsischen Weinbau mit einbringt…“
