Wer durch den Wald geht, bemerkt Veränderungen meist erst spät. Oft wirken Bäume dann schon trocken oder krank. Schon viel früher senden sie jedoch chemische Signale aus. Eine neue Technik aus Sachsen soll diese Spuren künftig sofort erkennen.
Ein Forschungsteam um das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden entwickelt gemeinsam mit Partnern dafür ein tragbares Sensorsystem. Es soll Umweltveränderungen direkt vor Ort messen.
Früher erkennen, schneller handeln
Gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig und dem Zentrum für angewandte Forschung und Technologie an der HTW Dresden arbeitet das Team am Projekt FastSense. Im Fokus stehen sogenannte flüchtige organische Verbindungen. Diese Gase entstehen etwa bei Trockenstress oder Schädlingsbefall. Bisher lassen sie sich meist nur im Labor nachweisen. Das kostet Zeit. International gilt genau das als großes Problem. Forschende versuchen seit Jahren, Umweltveränderungen schneller zu messen. Tragbare Sensoren und KI gelten dabei als wichtiger Trend. Erste Systeme existieren, sind aber oft zu groß oder nicht empfindlich genug.
Das neue System aus Dresden soll diese Lücke schließen. Es kombiniert zwei Messverfahren in einem kompakten Gerät. Ein Gaschromatograph trennt Stoffgemische. Ein Ionenmobilitätsspektrometer erkennt einzelne Moleküle. Ergänzt wird das Ganze durch Künstliche Intelligenz, die die Daten automatisch auswertet. So sollen selbst kleinste Konzentrationen erkannt werden. Und das in Echtzeit.