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Tragbare Sensoren erkennen Stress im Wald sofort

Neue Gerätegenerationen machen Umweltmonitoring schneller, kleiner und intelligenter.
Bis 2027 soll ein erstes Gerät fertig sein. Mobile Sensoren erfassen dann Umweltveränderungen direkt vor Ort und liefern dank KI Daten in Echtzeit. © KI-generiert/Fraunhofer IPMS
Von: Wissensland
Neue Sensoren aus Sachsen sollen Umweltveränderungen sofort erkennen. Das hilft nicht nur im Wald. Die KI hilft auch dabei, selbst kleinste Schadstoffe direkt vor Ort zu messen.

Wer durch den Wald geht, bemerkt Veränderungen meist erst spät. Oft wirken Bäume dann schon trocken oder krank. Schon viel früher senden sie jedoch chemische Signale aus. Eine neue Technik aus Sachsen soll diese Spuren künftig sofort erkennen.

Ein Forschungsteam um das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden entwickelt gemeinsam mit Partnern dafür ein tragbares Sensorsystem. Es soll Umweltveränderungen direkt vor Ort messen.

Früher erkennen, schneller handeln

Gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig und dem Zentrum für angewandte Forschung und Technologie an der HTW Dresden arbeitet das Team am Projekt FastSense. Im Fokus stehen sogenannte flüchtige organische Verbindungen. Diese Gase entstehen etwa bei Trockenstress oder Schädlingsbefall. Bisher lassen sie sich meist nur im Labor nachweisen. Das kostet Zeit. International gilt genau das als großes Problem. Forschende versuchen seit Jahren, Umweltveränderungen schneller zu messen. Tragbare Sensoren und KI gelten dabei als wichtiger Trend. Erste Systeme existieren, sind aber oft zu groß oder nicht empfindlich genug.

Das neue System aus Dresden soll diese Lücke schließen. Es kombiniert zwei Messverfahren in einem kompakten Gerät. Ein Gaschromatograph trennt Stoffgemische. Ein Ionenmobilitätsspektrometer erkennt einzelne Moleküle. Ergänzt wird das Ganze durch Künstliche Intelligenz, die die Daten automatisch auswertet. So sollen selbst kleinste Konzentrationen erkannt werden. Und das in Echtzeit.

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Einsatz von Wald bis Industrie

Die Technik könnte viele Bereiche verändern. In der Umweltforschung hilft sie, den Zustand von Wäldern schneller zu beurteilen. Schäden könnten früher erkannt werden. Auch für das Thema Sicherheit gibt es Anwendungen. Das System könnte zum Beispiel gefährliche Stoffe oder Sprengstoffe aufspüren. In der Industrie ließen sich damit Prozesse besser überwachen. 

Das Projekt läuft bis 2027. Ziel ist ein praxistauglicher Demonstrator. Das Fraunhofer IPMS entwickelt dafür die Sensorik und das Gesamtsystem. Das UFZ prüft die Anwendung unter realen Umweltbedingungen. Das ZAFT erstellt die KI-Algorithmen zur Auswertung. Langfristig zeigt sich ein klarer Trend. Umweltmonitoring wird mobiler und datengetriebener. Fachleute sprechen von einer neuen Generation intelligenter Sensoren. Denn wer Veränderungen früher erkennt, kann schneller handeln. Das gilt im Wald genauso wie bei Gefahrstoffen.

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