Wer in den Bergen unterwegs ist, sieht noch üppige Wiesen und bunte Blüten. Doch im Hintergrund verändert sich Europas Pflanzenwelt bereits. Leise, aber tiefgreifend. Kälteangepasste Arten verschwinden. Auf Berggipfeln geschieht das besonders schnell.
Eine neue Studie, die im Fachjournal Nature erschienen ist, zeigt, wie unterschiedlich Europas Ökosysteme auf die Klimaerwärmung reagieren. Initiiert wurde sie am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung in Leipzig (iDiv). Beteiligt waren auch Wissenschaftler der Universität Leipzig, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Senckenberg Instituts für Pflanzenvielfalt Jena. Die Arbeit zeigt dabei nicht nur Momentaufnahmen, sondern stützt sich auf Langzeitbeobachtungen aus ganz Europa.
Berggipfel verändern sich am schnellsten
Besonders stark verändert sich die Pflanzenwelt in den Bergen. Auf Berggipfeln geschieht dieser Wandel etwa fünfmal so schnell wie in Wiesen und Wäldern. Kälteliebende Arten verschwinden dort besonders rasch, wärmeliebende kommen kaum nach. Generell reagieren Pflanzengemeinschaften in allen untersuchten Lebensräumen langsamer auf die Erwärmung, als die Temperaturen steigen. Am deutlichsten war das bei Pflanzen im Wald unter dem Kronendach zu sehen.
Warum die einzelnen Ökosysteme so unterschiedlich reagieren, beantwortet die Studie nicht im Detail. Sie zeigt aber klar, dass sich die Folgen der Erwärmung nicht überall gleich abspielen. Die Studie macht deutlich, dass es keine einfache Antwort auf die Frage gibt, wie die Natur auf die Erderwärmung reagiert. Je nach Ökosystem verläuft der Wandel unterschiedlich schnell. Für die Forschung ist das ein wichtiger Hinweis darauf, dass sich die Folgen des Klimawandels nicht überall nach demselben Muster zeigen.
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