Die Warnstreiks in mehreren sächsischen Brauereien dauern an. Man habe auf allen Streikversammlungen am Dienstag die Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen für die gesamte Woche beschlossen, teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastronomie (NGG) mit. Die Lieferfähigkeit in den betroffenen Brauereien sei bereits stark eingeschränkt oder gehe «gegen null». Mit jedem Streiktag wachse die Zahl der Märkte und Kneipen, die «auf dem Trockenen sitzen bleiben».
Gewerkschaft droht mit weiterer Streikwoche
Die Gewerkschaft gab der Arbeitgeberseite die Schuld für die Eskalation. «Bisher ist leider keine Verständigung gelungen. Immer noch soll der Osten ausgebremst werden. Aber die Zeit ist vorbei, in der die Beschäftigten das hinnehmen», erklärte Verhandlungsführer Uwe Ledwig. Man wolle weiterkämpfen und habe noch einen langen Atem. Die Arbeitgeberseite müssten ihre Blockade aufgeben. Sollte es kein Einlenken geben, drohte die NGG mit einer weiteren Streikwoche.
Die Gewerkschaft NGG fordert sieben Prozent mehr Lohn. Das letzte Angebot des Arbeitgeberverbandes Nahrung und Genuss hat laut NGG im Jahresschnitt unter 3 Prozent gelegen. Nach Darstellung der Arbeitgeber war der Gewerkschaft dagegen zuletzt «deutlich über 5 Prozent mehr Lohn» angeboten worden. Doch das habe die Gewerkschaft abgelehnt. Die Arbeitgeber warfen der NGG fehlende Verhandlungsbereitschaft vor. Zwei Runden waren bislang ergebnislos geblieben.