Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ein künftiges Atommüllendlager haben in Tschechien erste Probebohrungen begonnen. Die Untersuchungen starteten am «Janoch» genannten Standort bei der Gemeinde Temelin, rund 60 Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt. Dort soll rund 100 Meter tief in den Boden gebohrt werden, was rund zwei Wochen in Anspruch nehmen dürfte. Das teilte die Endlagerbehörde SURAO mit.
Blick unter die Erde
Die Untersuchungen sollen unter anderem Aufschluss über die Grundwasserverteilung und die Bodenbeschaffenheit geben. SURAO-Direktor Lukas Vondrovic sprach von einem «wichtigen Meilenstein»: «Erstmals schauen wir mit Hilfe von Bohrungen direkt unter die Erde und präzisieren unsere Erkenntnisse, die wir von der Oberfläche aus gewonnen haben», sagte der Geologe.
In Temelin befindet sich auch eines der beiden Atomkraftwerke Tschechiens. Für das geplante Endlager sind drei weitere Standorte in der engeren Auswahl: Brezovy potok in den Ausläufern des Böhmerwalds, Horka bei der Gemeinde Budisov und Hradek im Bezirk Jihlava. Auch dort sind jeweils Bohrungen bis in eine Tiefe von 100 Metern geplant.