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Teichwirte: «So schlimm wie jetzt war es noch nie»

Teichwirte: «So schlimm wie jetzt war es noch nie»
In den sächsischen Teichwirtschaft wird das Wasser wegen Hitze und Trockenheit knapp. / Foto: Robert Michael/dpa
Von: DieSachsen News
Hitze und Trockenheit graben den sächsischen Teichwirten das Wasser und damit die Lebensgrundlage ab. Schon jetzt sind die Verluste beträchtlich.

Die sächsischen Teichwirtschaften leiden erheblich unter der Hitze und Trockenheit. «So schlimm wie jetzt war es noch nie», fasste Kevin Kretschmar, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes, Rückmeldungen aus einzelnen Betrieben zusammen. Die Fischteiche hätten vielerorts nur noch die Hälfte ihres normalen Wasserstandes, mancherorts seien sie komplett ausgetrocknet. Bislang gebe es Verluste im Umfang von mehreren Tonnen Karpfen. 

Notabfischung soll das Schlimmste verhindern 

Kretschmar zufolge versuchen die Teichwirte, mit dem Einbringen von Sauerstoff und Notabfischungen das Schlimmste zu verhindern. Die Möglichkeiten dazu seien aber begrenzt, weil überall das Wasser fehle. Vor allem in Nordsachsen, Mittelsachsen und Ostsachsen sei das ein Problem. Dort seien viele Fische der Trockenheit zum Opfer gefallen, weil man sie nicht mehr abfischen konnte. 

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In manchen Teichen beträgt die Wassertemperatur rund 30 Grad 

Die Fische bringe man vorrangig in Winterteiche, die meist tiefer sind, sagte Kretschmar. Allerdings seien auch dort die Kapazitäten begrenzt. Mit Pumpen und Belüftungstechnik werde versucht, den Fischen das Leben erträglicher zu machen. Das Problem sei aber, dass Wasser den Sauerstoff bei einer bestimmten Temperatur nicht mehr binden könne. Manche Teiche hätten um die 30 Grad Wassertemperatur. 

Nach den Worten des Geschäftsführers verfallen Fische aufgrund der Hitze und des Sauerstoffmangels in eine Art Stressmodus. «Sie schränken die Nahrungsaufnahme ein oder stellen sie ganz ein. Das wiederum hat zur Folge, dass ihr Wachstum stagniert», sagte Kretschmar. Neben Ertragsausfällen durch das Sterben der Fische komme noch ein Verlust durch das mangelhafte Wachstum hinzu. 

Fischen bleibt immer weniger Platz 

Kretschmar zufolge bleibt den Fischen in ihren Teichen immer weniger Platz. Sie würden deshalb auf einer enger werdenden Fläche zusammenstehen und seien damit auch stärker Fressfeinden wie den Kormoranen, Reihern und Fischottern ausgesetzt. Die Prädatoren würden wesentlich mehr Fische fangen als sie eigentlich müssten. «Bei Wassermangel kommen für einen Teichwirt ganz viele Sachen zusammen.» 

Etwas besser sei die Lage noch bei Betrieben in den Mittelgebirgen, die einen Wasserzufluss haben. Dramatisch sei die Situation aber in den sogenannten Himmelsteichen, die sich nur aus Niederschlägen speisen und vom Grundwasser abhängig sind. «Wir hatten im Winter die Hoffnung, dass es eine richtige Schneeschmelze gibt. Sie blieb aber aus, so dass wir schon mit einem Defizit das Jahr begannen», sagte Kretschmar. 

Teichwirte hoffen, im Herbst bessere Preise zu erzielen 

Die Niederschlagsmengen seien zwar besser als im Dürrejahr 2018. Wegen des Grundwasserdefizites würden sich die Probleme aber potenzieren. Auf die Ernte im Herbst habe das erhebliche Auswirkungen. Die Verfügbarkeit von Speisekarpfen sei zwar gesichert, das Angebot werde sich aber verringern, sagte Kretschmar. Die Hoffnung für die Teichwirte bestehe darin, zumindest bessere Preise zu erzielen.

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