Sachsen, das von Politik und Wirtschaft gern als «Autoland» bezeichnet wird, steht in der Elektromobilität an einem kritischen Punkt. In Zwickau, wo Volkswagen seit Jahren ausschließlich E-Modelle fertigt, drücken eine schwächere Nachfrage, Überkapazitäten und reduzierte Schichten auf die Stimmung. Von einer breiten Aufbruchstimmung - wie sie etwa in Norwegen zu spüren ist, wo inzwischen mehr Elektroautos als Verbrenner unterwegs sind - ist der Freistaat weit entfernt. Ein Grund dafür sind die weiterhin hohen Anschaffungskosten.
Wie entwickelt sich die Nachfrage nach E-Autos in Sachsen?
Nach einem schwierigen Jahr 2024 zeigt sich eine leichte Erholung, sagt der Geschäftsführer des Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD), Jens Katzek. «Bei der Nachfrage nach E-Autos ist noch viel Luft nach oben. Der Trend aus 2025 ist eine erste leichte Erholung, die sich weiter fortsetzen wird und auch muss.» Gleichzeitig blieben politisch bedingte Unsicherheiten bei Strompreisen, Förderung und Ladeinfrastruktur ein Hemmnis für viele Käufer.
Wie ordnen die Hersteller vor Ort die Lage ein?
Volkswagen betont, dass der Konzern seinen Teil geleistet habe und nun verlässliche politische Rahmenbedingungen brauche. Der Konzern verweist auf «umfangreiche Investitionen» in elektrische Modelle und das Ziel, ab 2035 den Großteil der Neuwagen elektrisch anzubieten. «Jetzt ist die Politik am Zug, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Elektromobilität weiter zum Erfolg zu führen», hieß es.
Porsche setzt in Leipzig weiterhin auf den vollelektrischen Macan und investiert in den Ausbau des Werks. Auch BMW stärkt den Standort Leipzig: Der Autobauer will dort einen dreistelligen Millionenbetrag investieren, um das Werk für kommende Fahrzeuggenerationen fit zu machen. Im Leipziger Werk ist der Mini Countryman bislang das einzige vollelektrische Modell - doch das könnte sich ändern. Der Standort werde für künftige Modelle vorbereitet, sagte Werkleiterin Petra Peterhänsel neulich: «Aktuell bereiten wir unser Werk auf künftige Fahrzeuggenerationen vor.» Wie viele davon elektrisch sein werden, blieb allerdings offen.