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Schmalspurbahnen in Not: Förderkürzungen und schlechtes Wetter treffen Traditionszüge

Schmalspurbahnen in Not: Förderkürzungen und schlechtes Wetter treffen Traditionszüge
Die Lößnitzgrundbahn fährt seit 1884 zwischen Radebeul-Ost und Radeburg. (Archivbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Von: DieSachsen News
Weniger Fahrgäste, gekürzte Fahrpläne und steigende Kosten setzen Sachsens Traditionsbahnen unter Druck.

Regenreiche Ferien und gekürzte Zuschüsse haben den beiden Schmalspurbahnen im Dresdner Umland 2025 ein gemischtes Jahr beschert. Trotz eines Rückgangs um rund neun Prozent auf 275.000 Fahrgäste sei man unter den gegebenen Bedingungen zufrieden, sagte Mirko Froß, Eisenbahnbetriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG).

Mit der Lößnitzgrundbahn waren zwischen Radebeul-Ost und Radeburg etwa 157.000 Menschen unterwegs – 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Laut Froß wirkte sich hier auch aus, dass das Schmalspurbahn-Festival fehlte, das erst in diesem Jahr wieder stattfindet. Auf Deutschlands dienstältester Schmalspurbahn durch das Weißeritztal zwischen Freital-Hainsberg und dem Kurort Kipsdorf wurden 118.000 Fahrgäste gezählt, acht Prozent weniger als 2024.

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«Wir hatten einen sehr verregneten ersten Sommerferienteil und, was noch schlimmer war, sehr verregnete Oktoberferien», erklärte Froß. Gerade in diesen Zeiträumen seien Lößnitzgrundbahn und Weißeritztalbahn als Ausflugsziele für Familien besonders gefragt.

Außerdem musste die SDG wegen fehlender Fördergelder aus dem sächsischen Haushalt den Fahrplan ausdünnen. 2025 seien 800.000 Euro einzusparen gewesen, in diesem Jahr 900.000 Euro. Das lasse sich auch mit den seit Januar um fünf Prozent erhöhten Fahrpreisen nicht auffangen. «Damit erwirtschaften wir nie und nimmer das Minus, was uns fehlt», sagte Froß.

Instandhaltung wegen fehlender Gelder zurückgefahren

Aus diesem Grund habe die SDG auch die Instandhaltung reduziert – künftig stünden dadurch weniger Fahrzeuge zur Verfügung, so Froß. Um den Betrieb sichern zu können, sei die SDG auf ausreichende Mittel im kommenden Haushalt für 2027 und 2028 angewiesen. «Wir hoffen, dass die Schmalspurbahnen in den Haushaltsverhandlungen als Kulturgut berücksichtigt werden», sagte Froß.

Auf beiden Strecken laufen noch bis zum 27. März Wartungsarbeiten. Am letzten Märzwochenende startet der Betrieb wieder – pünktlich zu den Ferien. Für 2026 sind auf beiden Linien erneut mehr als 130 Veranstaltungen und Themenfahrten geplant. Am 6. April lädt zum Beispiel der «Osterhasenexpress» zur Eiersuche ein. Weitere Höhepunkte sind das Schmalspurbahn-Festival am 19. und 20. September sowie die weihnachtliche «Bimmelbahn Lichterglanz» am 28. und 29. November.

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