Sachsens Steuerfahnder haben auch 2025 einen Steuerbetrug in Millionenhöhe aufgedeckt. Insgesamt belief sich die Summe auf rund 71,5 Millionen Euro. Offiziell ist von einem «Mehrergebnis» die Rede. Davon entfielen nach Angaben des Finanzministeriums rund 53,3 Millionen Euro auf nicht gezahlte Umsatzsteuer, knapp zehn Millionen Euro auf Einkommensteuer und 3,1 Millionen Euro auf Gewerbesteuer. 383 Strafverfahren und sieben Bußgeldverfahren wurden eingeleitet. Zudem wurden Haftstrafen von insgesamt 70 Jahren verhängt.
Steuerfahndung für Demokratie und Vertrauen unerlässlich
Für Finanzminister Christian Piwarz besteht der Wert der Arbeit von Steuerfahndern aber nicht allein im Geld, was dem Fiskus zugutekommt. «Eine effektive Steuerfahndung ist für eine funktionierende Demokratie essenziell», sagte der CDU-Politiker. «Wenn Steuerschlupflöcher und Steuerbetrug toleriert werden, leidet nicht nur die Steuergerechtigkeit, sondern auch das Vertrauen in den Rechtsstaat», betonte er.
Steuerhinterziehung schwäche das Gemeinwesen, die Solidarität der Gesellschaft und führe zu politischem Misstrauen. Wer Ungleichheit vor dem Gesetz hinnehme, setze nicht nur das Steueraufkommen aufs Spiel, sondern gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie.
Europäische Staatsanwaltschaft Partner bei Ermittlungen
Nach Angaben des Ministeriums ist die Europäische Staatsanwaltschaft inzwischen ein wichtiger Partner der sächsischen Steuerfahndung. Mehr als die Hälfte des aufgedeckten Steuerschadens gehe auf gemeinsame Ermittlungen zurück. Dabei deckten die Fahnder mehrere sogenannte Umsatzsteuerkarusselle auf – eine Form organisierter Steuerhinterziehung.