Für Lothar Matthäus ist Timo Werners Wechsel 2020 zum FC Chelsea der Hauptgrund für den sportlichen Absturz des einstigen Top-Torjägers. «Für mich war der Wechsel nach England viel zu früh für ihn», sagte der Rekord-Nationalspieler bei Sky nach dem 3:1 von RB Leipzig gegen den 1. FC Köln, bei dem es Werner erstmals in dieser Saison wieder in den Spieltagskader geschafft hatte. Zum Einsatz kam der 57-malige Nationalspieler aber nicht.
Vor dem etwa 53 Millionen Euro teuren Transfer nach London habe Werner für Leipzig und auch davor für den VfB Stuttgart «viele, viele Tore gemacht, viele Spiele entschieden» und sei «auf dem Platz auch selbstbewusst aufgetreten», sagte Matthäus: «Der Wechsel nach England hat irgendwas mit ihm gemacht, weil er eben dort auch nicht die Wärme bekam. In Stuttgart ist eine familiäre Atmosphäre, hier bei RB nimmt man sich in den Arm - das passiert in England nicht, das ist knallharter Profifußball.»
Matthäus wünschte dem 29-jährigen, der beim Aufwärmen von den RB-Fans mit «Timo Werner»-Sprechchören empfangen wurde, dass er bald wieder das Gefühl bekommt, gebraucht zu werden. «Dieses Drumherum - das braucht Timo. Und wenn er das bekommt, dann hoffe ich für ihn, dass er wieder diese Wohlfühloase hat, dass er an seine Leistungen anknüpft.»