Man muss schon ein wenig anders ticken als die meisten Menschen, um dann genau diese vielen Leute zu begeistern. Yadegar Asisi, der Schöpfer von mittlerweile siebzehn 360-Grad-Panoramen mit so unterschiedlichen Themen von "Dresden im Barock" oder "Dresden 1945" bis zum Amazon und – ab jetzt im Panometer Dresden zu sehen – das "Great Barrier Reef". Die spektakuläre Darstellung der Unterwasserwelt hatte der Architektenkünstler Asisi ursprünglich für das Panometer in Leipzig konzipiert, wo sie von 2015 bis 2017 zu sehen war. "Aber mein Team hat für diese Ausstellung hier nochmal eine Schippe draufgelegt!", betonte Asisi – dessen Mitarbeitendenstab den Fortschritt der Technik für das Ausstellungs-Recycling zu nutzen wissen: besseres Licht! Besserer Ton! Und natürlich nachgebesserte Bilder. Denn kein Panometer ist wie das andere.
Panometer ist ja ein Kunstwort, das es vor der Idee von Yadegar Asisi, alte nicht mehr benötigte Gasspeicher neu zu nutzen, so nicht gab. Die beiden Begriffe Panorama und Gasometer kommen da zusammen, aber auch immer ganz neue Welten. Das große Barriereriff vor der Nordostküste Australiens ist im wirklichen Leben mit einer Länge von 2.300 Kilometern die größte zusammenhängende Ansammlung von über 2.900 einzelnen Korallenriffen der Erde. Die Fläche des Great Barrier Reefs beträgt etwa 347.800 km² und es kann mit bloßem Auge vom Weltraum aus gesehen werden. Diese Welt auf der prinzipiell ja doch eher großen Leinwand im Dresdner Panometer zu komprimieren (27 Meter hoch bei einem Umfang von 106 Metern) ist dann doch eine Herausforderung. Aber es sind ja Künstler am Werk, und die dürfen komprimieren und nötigenfalls auch idealisieren.