Der Staat sollte nach Ansicht des sächsischen Diakonie-Chefs Dietrich Bauer die Freie Wohlfahrtspflege mehr als Partner bei der Gestaltung des Sozialstaates begreifen. «Wir haben einen Riecher dafür, wo es am meisten brennt», sagte der 65 Jahre alte Oberkirchenrat im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der Staat sollte die Freie Wohlfahrtspflege nicht als etwas betrachten, was es möglichst doppelt oder dreifach zu kontrollieren gilt. Damit könnte eine Menge Geld freigesetzt werden.
«Für den Sozialstaat steht relativ gesehen weniger Geld zur Verfügung, weil unter anderem die Inflation die Kosten verteuert. Und was macht der Staat? Er hebt die Gelder nicht in gleicher Weise an, sondern steckt immer mehr Geld in bürokratische Kontrolle über die Verwendung des Geldes. Bei den Bedürftigen kommt so weniger Hilfe an. Diesen Mechanismus würde ich gern außer Kraft setzen», sagte Bauer. Der Staat sollte mehr Vertrauen haben, dass Steuergeld durch die Wohlfahrtspflege effektiv und zielführend eingesetzt wird.