Die IG Metall hat im Tarifkonflikt der nordwestdeutschen und ostdeutschen Stahlindustrie ganztägige Warnstreiks angekündigt. «Nachdem beide Seiten an vielen Stellen beim Thema Arbeitszeit Schritte in Richtung eines Lösungsmodells gegangen sind, scheiterte der Einigungsversuch dann vor allem an der Frage der Entgelterhöhung», teilte der Verhandlungsführer für die nordwestdeutsche Stahlindustrie, Knut Giesler, am Dienstagmorgen nach der vierten Verhandlungsrunde ohne Ergebnis mit. Bereits am Morgen sollten die ersten 24-Stunden-Warnstreiks beginnen. Dann folgen laut IG Metall flächendeckend weitere Betriebe.
Auch für die ostdeutsche Stahlindustrie wurden Warnstreiks angekündigt. «Die Arbeitgeber lassen keine Bereitschaft erkennen, die Entgelte angemessen zu erhöhen und die Arbeitszeit spürbar zu senken», teilte der Verhandlungsführer für die Ost-Stahlindustrie, Dirk Schulze, mit. Die für Dienstag geplante Verhandlungsrunde der Ost-Stahlindustrie sagte die IG Metall ab.
Der Arbeitgeberverband Stahl bezeichnete die Vorstellungen der IG Metall als «völlig überzogen». «Die Haltung der IG Metall, finanzielle Angebote der Arbeitgeberseite ausschließlich an den eigenen überzogenen Erwartungen zu messen und nicht an den finanziellen Möglichkeiten der Unternehmen im Angesicht einer drohenden Wirtschaftskrise, ist völlig verantwortungslos», sagte Hauptgeschäftsführer Gerhard Erdmann.