Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Bautzen News

PRO BAHN warnt vor trilex-Ausfällen in Ostsachsen

Überfüllter Zug
Symbolbild pixabay GoranH
Von: Uwe Tschirner
Kurzfristige Ausfälle, volle Züge, wenig Reserve: PRO BAHN sieht den trilex unter Druck. Der Verband fordert schnelle Übergangslösungen.

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat sich über anhaltende Einschränkungen beim trilex in Ostsachsen besorgt gezeigt. Aufgrund eines Fahrzeugengpasses komme es derzeit weiter zu kurzfristigen Fahrtausfällen, verkürzten Zugverbänden und teilweise stark überfüllten Zügen auf wichtigen Regionalverbindungen zwischen Dresden, Bischofswerda, Bautzen, Görlitz und Zittau, wie der Verband mitteilte.

„Viele Fahrgäste erleben derzeit täglich, wie schwierig und unzuverlässig Bahnfahren in der Region geworden ist“, erklärte Ingo Koschenz, Sprecher der PRO-BAHN-Regionalgruppe Ostsachsen. Besonders betroffen seien Berufspendlerinnen und Berufspendler, Schülerinnen und Schüler sowie Reisende im grenzüberschreitenden Verkehr. Sie seien auf einen stabilen Betrieb angewiesen. Umso belastender seien kurzfristige Zugausfälle oder überfüllte Fahrzeuge. Nach Angaben des Betreibers seien mehrere Fahrzeuge gleichzeitig wegen Fristarbeiten und technischer Schäden nicht verfügbar. Dadurch fehlten Reserven, um den Fahrplan zuverlässig abzusichern. PRO BAHN begrüße zwar, dass der Betreiber die Probleme offen kommuniziere, sagte Koschenz weiter.

Mehr aus dieser Kategorie

Die Fahrgäste erwarteten aber zu Recht konkrete Maßnahmen, damit sich die Lage möglichst schnell verbessere. Aus Sicht des Verbands brauche es kurzfristig zusätzliche Fahrzeugkapazitäten, um den Betrieb zu stabilisieren. Michael Koch, stellvertretender Bundesvorsitzender von PRO BAHN und Referent Region Dresden, sagte, jetzt sei Pragmatismus gefragt. Entscheidend sei, dass ausreichend Platz angeboten werde und die Züge verlässlich fahren. Dafür sollten kurzfristig verfügbare Ersatzfahrzeuge angemietet werden. Auch ältere Fahrzeuge oder lokbespannte Doppelstockwagen mit Diesellokomotiven könnten nach seiner Einschätzung eine sinnvolle Übergangslösung sein.

Zudem fordert PRO BAHN einen verlässlichen Notfahrplan, solange nicht genügend Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Ein Fahrplan müsse für den Fahrgast berechenbar sein, betonte Koch. Ein stabiler eingeschränkter Betrieb helfe den Fahrgästen deutlich mehr als ständige kurzfristige Änderungen und Ausfälle. Wer täglich mit der Bahn unterwegs sei, brauche Verlässlichkeit. Der Verband weist darauf hin, dass insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten regelmäßig sehr volle Züge unterwegs seien. Das führe nicht nur zu Komforteinbußen, sondern erschwere teilweise auch die Fahrradmitnahme und belaste Reisende zusätzlich. Ostsachsen brauche einen attraktiven und zuverlässigen Schienenverkehr, erklärte Koschenz. Dafür müssten Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger gemeinsam Lösungen finden, damit das Vertrauen der Fahrgäste erhalten bleibe.

PRO BAHN appelliert an Betreiber, Verkehrsverbünde und Politik, die Fahrzeugreserve im regionalen Bahnverkehr langfristig robuster aufzustellen. Eine ausreichende Reserve sei für alle Verkehrsunternehmen, auch etwa für DB Regio, unverzichtbar, sagte Koch. Gerade in ländlichen Regionen sei eine funktionierende Bahn wichtig – für Pendler, für den Tourismus und für die Mobilitätswende insgesamt. Zugleich verweist der Verband auf den Ausbau der Infrastruktur als Voraussetzung für eine langfristige Verkehrswende. Koschenz, der auch Sprecher der Initiative deutsch-polnischer Schienenpersonenverkehr (KolejDEPL) ist, sagte, für höhere Kapazitäten und für mögliche Fernverkehre stehe die Elektrifizierung der Strecke Dresden-Görlitz umso dringender denn je an. Zwar habe es von der Politik im Bundestagswahlkampf viele Versprechen gegeben, bisher aber keine konkreten Taten nach der Wahl.

Uwe Tschirner
Artikel von

Uwe Tschirner

Uwe Tschirner ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media