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Oberlausitz setzt Zeichen: Neues Wildnisgebiet und EntdeckerPass für Deutschlands Schutzgebiete

Oberlausitz setzt Zeichen: Neues Wildnisgebiet und EntdeckerPass für Deutschlands Schutzgebiete
Die Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft war Mitausrichter der Jahreshauptversammlung des Nationale Naturlandschaften e. V. im Bildungsgut Schmochtitz / Foto: Susanne Bärisch | Biosphärenreservatsverwaltung
Die Nationalen Naturlandschaften haben bei ihrer Jahrestagung in der Oberlausitz neue Akzente gesetzt. Mit dem Wildnisgebiet Heidehof, dem EntdeckerPass und einer Vorstandsneuwahl stärkt das Bündnis seine Zusammenarbeit.

Jahrestagung in der Oberlausitz setzt Zeichen für Zusammenarbeit

Bei ihrer gemeinsamen Jahrestagung im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft haben die Nationalen Naturlandschaften wichtige Schritte für ihre weitere Arbeit beschlossen. Vom 5. bis 8. Oktober trafen sich die Leitungen der deutschen Biosphärenreservate, Nationalparke und Wildnisgebiete mit Vertreterinnen und Vertretern von Naturschutzorganisationen und weiteren Partnerinstitutionen. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch, die Vernetzung über Länder- und Gebietskategorien hinweg sowie die Suche nach gemeinsamen Antworten auf aktuelle Herausforderungen im Natur- und Biodiversitätsschutz.

Die Tagung verband Fachgespräche mit einem vielfältigen Rahmenprogramm. Exkursionen, ein Filmabend und ein regionaler Abend boten Gelegenheit, Natur, Landschaft und regionale Besonderheiten der Gastgeberregion kennenzulernen. So wurde die Oberlausitz nicht nur als Konferenzort, sondern auch als lebendiger Bestandteil des Netzwerks erfahrbar.

Wildnisgebiet Heidehof wird als Nationale Naturlandschaft anerkannt

Ein besonderer Höhepunkt der Mitgliederversammlung von Nationale Naturlandschaften e. V. am 7. Oktober war die Anerkennung des Wildnisgebiets Heidehof als Nationale Naturlandschaft in der Kategorie Wildnisgebiete. Das von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung getragene Gebiet erfüllt die gemeinsamen Kriterien des Bündnisses und wird damit Teil des bundesweiten Netzwerks.

Das Schutzgebiet umfasst insgesamt 2.747 Hektar. Rund 2.302 Hektar, also etwa 82 Prozent der Fläche, stehen als Kernzone unter dauerhaftem Prozessschutz. Damit wird der Natur ein Raum gegeben, in dem sich Entwicklungen weitgehend unbeeinflusst entfalten können. Nach Angaben des Verbands leistet das Gebiet damit einen wichtigen Beitrag zu den nationalen Biodiversitäts- und Wildniszielen.

Mit dem Heidehof wächst das Bündnis auf 143 Nationale Naturlandschaften an. Dazu zählen nun 16 Nationalparke, 104 Naturparke, 18 Biosphärenreservate und fünf Wildnisgebiete.

EntdeckerPass macht die Vielfalt der Schutzgebiete erlebbar

Im Rahmen des regionalen Abends überreichte der Vorstandsvorsitzende Peter Südbeck den neuen „NNL EntdeckerPass“ an den Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Georg-Ludwig von Breitenbuch. Das handliche Heft soll die Vielfalt der Nationalen Naturlandschaften noch sichtbarer machen und mehr Menschen dazu einladen, die Schutzgebiete persönlich zu erkunden.

Besucherinnen und Besucher können ihre Reisen durch die Nationalen Naturlandschaften mit individuellen Gebietsstempeln dokumentieren. Der Sammelcharakter soll auch Anreize schaffen, weniger bekannte Regionen zu entdecken. So verbindet der EntdeckerPass Naturerlebnis, Orientierung und Motivation für Ausflüge in ganz Deutschland.

Peter Südbeck betonte, dass das Bündnis mit dem Pass zeigen wolle, wie vielfältig die Nationalen Naturlandschaften sind – vom Wattenmeer bis zu den Alpen, von großen Waldnationalparken über alte Kulturlandschaften bis hin zu neuen Wildnisgebieten.

Neue Besetzung im Vorstand und nächstes Treffen

Auch personell gab es Veränderungen: Nach dem Ausscheiden von Stephan Zirpel (WWF Deutschland) wählten die Mitglieder Dr. Eick von Ruschkowski von der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz für die verbleibende Amtszeit von einem Jahr in den Vorstand von Nationale Naturlandschaften e. V. Die turnusmäßige Neuwahl des gesamten Vorstands steht im kommenden Jahr an.

Die nächste Mitgliederversammlung findet im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung mit dem Verband Deutscher Naturparke vom 27. September bis 1. Oktober 2027 in Bad Wildungen statt. Bis dahin will das Bündnis seine Zusammenarbeit weiter vertiefen und die gemeinsame Dachmarke noch stärker nach außen tragen.

Oberlausitz als Modellregion für nachhaltige Entwicklung

Das UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft bot für die Tagung einen passenden Rahmen. Die über Jahrhunderte gewachsene Teich-, Heide-, Wald- und Kulturlandschaft steht beispielhaft für das Zusammenspiel von Naturschutz, nachhaltiger Landnutzung und regionaler Entwicklung. Zugleich ist die Region als Modelllandschaft für ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Natur bekannt.

Auch kulinarisch spiegelte sich dieser Ansatz wider: Beim regionalen Abend wurden Produkte aus landwirtschaftlichen Modellprojekten serviert, darunter Backwaren aus alten Getreidesorten, Eier vom Sachsenhuhn und Fleisch vom Roten Höhenvieh. So verband die Tagung Facharbeit, regionale Identität und praktische Beispiele nachhaltiger Entwicklung auf anschauliche Weise.