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Neue Anstaltsküche in der JVA Bautzen übergeben

Neue Anstaltsküche in der JVA Bautzen übergeben
Foto: SIB / Freund
In der Justizvollzugsanstalt Bautzen ist ein moderner Neubau für die Anstaltsküche offiziell übergeben worden. Die Anlage soll Arbeitsabläufe verbessern und zugleich Ausbildungsmöglichkeiten für Gefangene schaffen.

Moderner Neubau für die Versorgung der Anstalt

Die Niederlassung Bautzen des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) hat die neue Anstaltsküche der Justizvollzugsanstalt Bautzen feierlich übergeben. Der dreistöckige Neubau mit rund 1.400 Quadratmetern Nutzfläche ersetzt eine technisch veraltete Küche, die den heutigen Anforderungen nicht mehr genügte.

Mit dem Gebäude werden die Abläufe bei der Essenszubereitung deutlich verbessert. Gefangene und Bedienstete profitieren von einer zeitgemäßen Arbeitsumgebung, die auf die besonderen Anforderungen des Justizvollzugs zugeschnitten ist.

Kapazität für Versorgung und Ausbildung

Die neue Großküche ist darauf ausgelegt, künftig rund 760 Essen täglich für Gefangene, Bedienstete und Gäste zuzubereiten. Die Verteilung erfolgt über einen sogenannten Wagenbahnhof, von dem aus die Speisen auf Wagen in die verschiedenen Häuser gebracht werden.

Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Ausbildung: Die integrierte Lehrküche bietet Platz für 18 Gefangene in den Bereichen „Koch“ und „Service am Gast“. Zusätzlich können bis zu 20 Gefangene in der Hauptküche mitarbeiten und praktische Erfahrungen sammeln.

Gestaltung mit Bezug zur Geschichte des Standorts

Auch architektonisch fügt sich der Neubau in das Umfeld der JVA Bautzen ein. Die beigefarbene Klinkerfassade orientiert sich an den historischen, denkmalgeschützten Gebäuden auf dem Gelände. Im Inneren sorgt der Speisesaal mit 50 Sitzplätzen, Holzoberflächen und farblichen Akzenten für eine freundliche Atmosphäre.

Die genehmigten Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 23 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

Die JVA Bautzen im Überblick

Die Justizvollzugsanstalt Bautzen verfügt über 342 Haftplätze und 52 Plätze für Sicherungsverwahrte. Zuständig ist sie für den Vollzug von Freiheitsstrafen bei männlichen Erwachsenen aus den Bezirken Bautzen, Görlitz, Dresden, Pirna, Dippoldiswalde und Meißen.

Die Geschichte des Standorts reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Die von 1900 bis 1904 errichtete Landesstrafanstalt Bautzen, später Bautzen I genannt, war ein bedeutendes Bauvorhaben des sächsischen Strafvollzugs. Wegen ihrer gelben Klinkerfassade wurde sie bald als „Gelbes Elend“ bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten sowjetische Streitkräfte die Anstalt als Speziallager; ab 1950 wurde sie von der DDR als Strafvollzugsanstalt weitergeführt.