Mehrfacher Angriff auf Polizistin am Bautzener Bahnhof
Bewusstlos gemeldete Frau löst Einsatz aus
Am Montag wurde die Bundespolizei zusammen mit dem Rettungsdienst zum Bahnhof Bautzen gerufen. Auf Bahnsteig 1 lag eine junge Frau, die zunächst bewusstlos wirkte und deshalb als hilfsbedürftig eingestuft wurde.
Als die Beamten eintrafen und den Rucksack der 20-jährigen Deutschen zur Identitätsfeststellung durchsuchen wollten, erwachte die Frau plötzlich. Sie riss ihre Tasche an sich und versuchte, die Maßnahme zu verhindern. Daraufhin wurde sie auf eine Bank gesetzt, um die Situation zu beruhigen.
Widerstand und Tritte gegen die Einsatzkräfte
Die Frau leistete jedoch weiter erheblichen Widerstand. Sie wehrte sich gegen die Beamten und trat wild um sich. Dabei traf sie eine Polizistin am Oberschenkel, sodass die Beamten die Frau mit einer Handschelle fixieren mussten.
Auch danach beruhigte sie sich nicht. Auf dem Weg zum Dienstfahrzeug, bei dem sie von zwei Beamten gestützt wurde, stellte sie sich plötzlich wieder auf und trat der gleichen Polizistin von hinten in die Beine. Beide stürzten zu Boden. Die Frau verletzte sich dabei offenbar an der Zunge und wirkte anschließend erneut kurzzeitig bewusstlos.
Krankenhaus, Blutentnahme und Ermittlungen
Die Rettungskräfte übernahmen die Frau und brachten sie in das Bautzener Krankenhaus. Die Beamtin wurde nach bisherigen Informationen nur leicht verletzt. Freiwillige Schnelltests auf Alkohol und Betäubungsmittel lehnte die Beschuldigte ab, weshalb eine Blutentnahme angeordnet wurde.
Im Krankenhaus beruhigte sich die Frau und leistete keinen weiteren Widerstand. Gegen sie wird nun wegen Vortäuschens eines Unglücksfalls und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt. Zudem prüft die Polizei, ob ein Hausverbot auch für den Bautzener Bahnhof ausgesprochen wird. Ein bestehendes Verbot für den Bahnhof Löbau existiert bereits wegen ähnlicher Vorfälle.