Logo Die Sachsen News

Erpressung mit Intimfotos im Landkreis Bautzen

Erpressung mit Intimfotos im Landkreis Bautzen
Symbolfoto pixabay AchimF
Ein 20-Jähriger aus dem Landkreis Bautzen ist Opfer einer Erpressung mit Intimfotos geworden und verlor dabei rund 5.000 Euro. Die Polizei warnt vor vorschnellem Teilen persönlicher Daten und rät im Ernstfall zu schnellem Handeln.

Erpressung nach Kontakt in sozialen Medien

Im Landkreis Bautzen ist ein junger Mann Opfer einer Erpressung mit Intimfotos geworden. Der 20-Jährige hatte nach Polizeiangaben in den sozialen Medien eine vermeintliche Frau kennengelernt und ihr persönliche und sensible Aufnahmen geschickt. Kurz darauf erhielt er eine Sammlung der Bilder und wurde mit der Veröffentlichung der Intimfotos unter Druck gesetzt.

Die Täter forderten den Mann auf, Apple-Giftcards zu kaufen. Trotz der ersten Zahlung kamen weitere finanzielle Forderungen hinzu. Am Ende erstattete der Betroffene Anzeige bei der Polizei. Der entstandene finanzielle Schaden belief sich auf etwa 5.000 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt seitdem in dem Fall.

So funktioniert die Masche der Täter

Bei solchen Fällen bauen die Erpresser häufig zunächst Vertrauen auf und drängen dann auf den Austausch intimer Inhalte. Sobald die Aufnahmen vorliegen, beginnt die Drohung, die Bilder an Freunde, Familie oder öffentlich im Netz zu verbreiten. Gerade weil die Betroffenen Angst vor Bloßstellung haben, zahlen viele zunächst in der Hoffnung, die Situation zu beenden.

Die Polizei betont jedoch, dass diese Strategie meist nicht hilft. Wer bereits gezahlt hat, wird oft weiter unter Druck gesetzt, weil die Täter erkennen, dass weiteres Geld möglich ist. Deshalb sollte die Kommunikation sofort beendet und der Kontakt blockiert werden.

Polizei rät zu mehr Vorsicht im Netz

Die Behörden empfehlen, persönliche Daten nur sehr zurückhaltend preiszugeben, vor allem wenn das Gegenüber nicht real bekannt ist. Auch die Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken sollten regelmäßig geprüft werden. Wer online angeschrieben wird, ist oft nicht zufällig ausgewählt, sondern wegen öffentlich sichtbarer Informationen auffindbar.

Was Betroffene sofort tun sollten

  • Kein Geld überweisen, auch nicht bei weiterem Druck
  • Den Chatverlauf nicht löschen und Beweise sichern
  • Screenshots von Nachrichten, Profilen und Zahlungsdaten anfertigen
  • Die Plattform über den Vorfall informieren
  • Unverzüglich Anzeige bei der Polizei erstatten

Wer von einer solchen Erpressung betroffen ist, sollte schnell handeln und sich nicht isolieren. Je früher Beweise gesichert und die Ermittlungsbehörden eingeschaltet werden, desto besser lassen sich weitere Schäden begrenzen.