Logo Die Sachsen News
powered by publizer® CMS

Berührende Familiengeschichte über Heimat und Identität: Steinhaus-Kino zeigt „Vaterland“

Berührende Familiengeschichte über Heimat und Identität: Steinhaus-Kino zeigt „Vaterland“
Foto: Agata Grzybowski
Das Steinhaus-Kino in Bautzen zeigt am 11. November das Drama „Vaterland“ von Paweł Pawlikowski. Der Film begleitet Thomas Mann und seine Tochter Erika auf einer Reise durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland.

Ein Wiedersehen mit dem zerstörten Deutschland

Im Bautzener Steinhaus-Kino steht am Mittwoch, 11. November, ein besonderer Filmabend auf dem Programm: Gezeigt wird das Drama „Vaterland“ von Paweł Pawlikowski. Im Mittelpunkt steht die Rückkehr von Thomas Mann und seiner Tochter Erika in das Deutschland des Jahres 1949, das nach dem Zweiten Weltkrieg noch immer von Trümmern, politischen Spannungen und offenen Wunden geprägt ist.

Hanns Zischler verkörpert den Literaturnobelpreisträger Thomas Mann, Sandra Hüller spielt Erika Mann, die als Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin längst selbst eine markante Stimme hat. Gemeinsam reisen sie von Frankfurt in der amerikanischen Besatzungszone bis ins sowjetisch kontrollierte Weimar. Was als öffentliche Reise beginnt, wird schnell zu einer intensiven Begegnung mit Herkunft, Erinnerung und den Brüchen der eigenen Familiengeschichte.

Zwischen Anerkennung, Erwartung und innerer Distanz

Im Nachkriegsdeutschland wird Thomas Mann als moralische Instanz empfangen, umworben und mit großen Erwartungen konfrontiert. Zum Goethe-Jubiläum erhoffen sich viele auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze Worte des Trostes, der Zustimmung und der Vergebung. Doch während der Schriftsteller zwischen euphorischen Bewunderern und politisch aufgeladenen Begegnungen gefordert ist, gerät auch das familiäre Verhältnis zunehmend unter Druck.

Pawlikowski erzählt diese Geschichte nicht nur als historische Reise, sondern auch als leises Familiendrama. Mit zarter Unerbittlichkeit überblendet „Vaterland“ den Nullpunkt der deutschen Geschichte mit dem Finale einer Familiensaga. So entsteht ein Film über Heimat und Identität, über Schuld und Sehnsucht sowie über die Frage, wie Nähe in Zeiten des Umbruchs überhaupt möglich bleibt.

Starker Film von Paweł Pawlikowski

Nach seinem Oscar-prämierten „Ida“ und dem vielfach ausgezeichneten „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ zeigt Paweł Pawlikowski erneut seine besondere Handschrift. In eindrucksvollen Kinobildern und mit einem starken Ensemble erzählt er eine große deutsche Familiengeschichte im Tumult der Nachkriegszeit. Das Ergebnis ist eine intensive filmische Erfahrung, die historische Dimension und persönliche Tragik eng miteinander verbindet.

Termin und Karten für die Vorstellung

Der Einlass im Steinhaus Bautzen beginnt um 19 Uhr, der Film startet um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro an der Abendkasse. Reservierungen sind per E-Mail unter reservierung@steinhaus-bautzen.de oder telefonisch unter 03591/5319972 möglich. Aktuelle Informationen gibt es online unter www.steinhaus-bautzen.de.