Jedes Jahr erleiden laut Deutscher Herzstiftung e.V. in Deutschland bis zu 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Viele überleben ihn, aber ihr Herz bleibt dauerhaft geschwächt. Ein Grund dafür ist das eigene Immunsystem.
Genau hier setzt die neue Forschungsgruppe FOR 5953 an der Technischen Universität Dresden an und sucht nach einer Lösung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt mit rund sieben Millionen Euro für zunächst vier Jahre. Geleitet wird es von Prof. Ali El-Armouche, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie, und Prof. Kaomei Guan.
Nicht bremsen, sondern lenken
Das Team der TU Dresden verfolgt einen neuen Ansatz. Statt die Immunreaktion zu unterdrücken, sollen die beteiligten Zellen direkt verändert werden. Pharmakologische Wirkstoffe sollen sie in einen heilungsförderlichen Zustand versetzen. Das Projekt trägt den Namen ETNA: "Modulation der angeborenen Immunreaktion in der Frühphase des Myokardinfarkts".
"Die Förderung ermöglicht uns, ein leistungsfähiges Netzwerk aufzubauen und die kardioimmune Forschung am Campus der Hochschulmedizin Dresden nachhaltig zu stärken", sagt Prof. El-Armouche. Das Forschungsteam vereint Expertinnen und Experten aus Herz-Kreislauf-Forschung, Immunologie und Pharmakologie. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Herzzentrum Dresden, um neue Therapien schneller in die Patientenversorgung zu bringen. Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät, betont, man wolle "neue therapeutische Ansätze schneller in die Versorgung überführen".