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Aerosolpartikel: Auf der Spur der winzigen Wolkenmacher

Aerosolpartikel machen Wolkenbildung erst möglich. Forschende des TROPOS in Leipzig gehen ihrer Entstehung jetzt mit Drohnen auf den Grund.
Wolken entstehen nicht aus dem Nichts – winzige Aerosolpartikel sind ihr Kern. Wie diese Partikel an Küsten entstehen, untersucht das TROPOS Leipzig mit Drohnen an der irischen Westküste. © pixabay/Arek Socha
Von: Wissensland
Winzige Partikel in der Luft beeinflussen, ob Wolken entstehen oder wie stark sich die Erde erwärmt. Forschende des Leipziger TROPOS sind deshalb gemeinsam mit Partnern an die irische Küste gereist und schicken Drohnen in die Meeresluft. Was sie herausfinden, könnte Klimamodelle grundlegend verbessern.

Wenn sich am Horizont Wolken auftürmen, denken die meisten Menschen nicht daran, was sie zusammenhält. Eine wichtige Rolle spielen dabei Aerosolpartikel. Diese winzigen Teilchen in der Luft können dafür sorgen, dass überhaupt Wolkentropfen entstehen.

Forschende der TU Braunschweig, der Universität Tübingen und des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) aus Leipzig wollen jetzt besser verstehen, wie diese Partikel entstehen und wie sie sich in der Luft verteilen. Dafür sind sie mit Messgeräten und drei Drohnen an die irische Küste gereist.

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Drohnen über dem Atlantik

Im Juni 2026 läuft auf der kleinen Insel Inishbofin, neun Kilometer vor der irischen Westküste, eine intensive Messkampagne. Zehn Forschende aus Deutschland arbeiten dort zusammen. Das Projekt heißt EICA und steht für „Experimental Investigation of Coastal Aerosols", auf Deutsch also die experimentelle Untersuchung von Küstenaerosolen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert es über drei Jahre.

Aerosole sind winzige Teilchen oder Tröpfchen, die in der Luft schweben. An Küsten entstehen sie besonders zahlreich, etwa durch Meeresschaum oder durch Prozesse, die mit Phytoplankton und UV-Strahlung zusammenhängen. Bisher konnten Forschende sie vor allem am Boden messen.

Im Projekt EICA heben nun drei verschiedene Drohnen ab, um auch zu erfassen, was in der Höhe passiert. Eine davon fliegt bis zu drei Kilometer aufs offene Meer hinaus und spürt ultrafeinen, frisch gebildeten Partikeln nach. Eine zweite misst Turbulenzen und größere Aerosolpartikel. Ein Quadrocopter steigt täglich bis auf etwa 1.000 Meter auf und zeigt, wie sich die Partikelkonzentration im Tagesverlauf verändert.

Kleine Teilchen, große Wirkung

Aerosolpartikel sind in der Regel zu klein, um sie mit bloßem Auge zu sehen. Manche sind nur wenige Nanometer groß, also millionenfach kleiner als ein Millimeter. Trotzdem haben sie enorme Auswirkungen. Sie können Sonnenstrahlung reflektieren und damit einen kühlenden Effekt auf das Klima haben. Außerdem dienen sie als Kondensationskeime, an denen sich Wolkentropfen bilden können. Einige Aerosole stammen aus natürlichen Quellen, andere entstehen durch Autoabgase oder Verbrennungsprozesse.

Das Team um Dr. Birgit Wehner vom TROPOS betreut die Partikelmessgeräte auf zwei Drohnenplattformen. Die Westküste Irlands ist kein zufälliger Ort. Vom nahegelegenen Observatorium Mace Head liegen jahrzehntelange Messreihen vor, die helfen, die neuen Daten einzuordnen. Was das Team dort lernt, soll helfen, besser zu verstehen, wie Aerosolpartikel entstehen, wie sie sich in der Atmosphäre verteilen und welche Rolle sie für Wolken, Wetter und Klima spielen.

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