Auf dem Gelände des ehemaligen KZ Sachsenburg bei Frankenberg beginnt im November der Bau einer Gedenkstätte. Der Freistaat fördert das Projekt mit 1,5 Millionen Euro. Mit dem Geld aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR kann ein erster Teilabschnitt realisiert werden. Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) sprach von einem «großen Schritt» bei diesem Vorhaben, das schon lange und intensiv aus der Bürgerschaft heraus verfolgt wird. Es wird von Bund und Land gemeinsam finanziert.
Vorläufer für spätere Konzentrationslager
Das KZ Sachsenburg war eines der ersten, die 1933 nach der Machtergreifung Adolf Hitlers und der NSDAP entstanden. Es ist kleiner und weniger bekannt als Lager wie Buchenwald und Sachsenhausen, aber eine Art Vorläufer der späteren Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis. Das ab 1934 einzige KZ in Sachsen diente als Experimentierfeld und Ausbildungsstätte der Lager-SS.
Insgesamt waren bis 1937 etwa 10.000 Menschen in Sachsenburg interniert, Regimegegner wie Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Kommunisten, später auch Juden, Pfarrer oder «Vorbeugehäftlinge». Bisher gibt es dort einen «Pfad der Erinnerung».
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