Unter dem berühmten Dresdner Zwinger haben Archäologen neben Resten des bisher vermuteten Barockgartens auch Spuren von Bebauung gefunden, die bis ins Mittelalter reichen. Dazu gehören Reithäuser, die alte Zwingergrotte und Gärten, sagte Projektleiter Hartmut Olbrich vom Landesamt für Archäologie am Mittwoch vor Abschluss der gut dreijährigen Ausgrabungen. Neben originalen Teilen der früheren Architektur wurden Geld, Schmuckstücke sowie «Knöpfe ohne Ende» geborgen.
Seit einer Probegrabung 2013 wollte Olbrich Belege für die Existenz von Pöppelmanns Garten finden. «Und es gibt eine ganze Menge Zeugnisse dafür», sagte er. «Wir wissen auch, wie er angelegt und dass er mit Baufortschritt in der Umgebung angepasst, umgestaltet und erweitert wurde.» Seit Anfang 2021 hat er mit kleinem Team eine Gesamtfläche von 14.500 Quadratmeter erforscht, parallel zur Sanierung des Zwingerhofs.
Der Zwinger ist ein Hauptwerk europäischer Barockarchitektur. Das Gebäudeensemble wurde 1709 bis 1728 für Kurfürst August der Starke (1670-1733) von Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann (1662-1736) errichtet und von Bildhauer Balthasar Permoser (1651-1732) gestaltet. Er wurde 1719 zur Hochzeit des Kurprinzen mit einer Habsburger Kaisertochter eingeweiht und diente als Ort der Repräsentation, für höfische Feste sowie zur Aufbewahrung der herrschaftlichen Sammlungen.