Zwei Bundestagsabgeordnete der AfD haben am Dienstag die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht. Der Leiter der Einrichtung in Jerusalem, Dani Dajan, schrieb anschließend bei Twitter: «Yad Vashem steht allen offen, vor allem jenen, die intensive Holocaust-Erziehung brauchen. Die AfD und ihre Mitglieder haben noch einen weiten Weg zum Verständnis des Holocaust und der Auseinandersetzung mit der deutschen Verantwortung für diese Vergangenheit vor sich.»
Nach Angaben von Yad Vashem handelte es sich bei den Besuchern um den Leipziger AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Moosdorf sowie den baden-württembergischen Bundestagsabgeordneten Marc Jongen, der auch im Vorstand ist. Ein AfD-Fraktionssprecher bestätigte am Dienstag, dass sich Jongen und Moosdorf derzeit in Israel aufhalten. Die israelische Regierung lehnt Kontakte mit der AfD grundsätzlich ab.
Dajan fügte hinzu, wegen problematischer Äußerungen von AfD-Mitgliedern in der Vergangenheit habe Yad Vashem «keinen Kontakt mit der Partei und ihren Mitgliedern». Yad Vashem sei aber «offen für alle, einschließlich Antisemiten». Ein Sprecher der Gedenkstätte erklärte, der Besuch der Abgeordneten sei als privat eingestuft worden.