Die Zahl der Privatpleiten in Sachsen hat sich 2021 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Nach Daten der Wirtschaftsauskunftei Crif gab es im vergangenen Jahr im Freistaat 5203 Privatinsolvenzen, 89,8 Prozent mehr als 2020. Bundesweit lag die Zahl der Privatinsolvenzen diesen Angaben zufolge bei 109.031, was einem Plus von 93,6 Prozent entspreche.
Crif-Geschäftsführer Frank Schlein führte dies vor allem auf eine Gesetzesänderung zurück, die viele Betroffene abgewartet hätten. In diesem Jahr werden nach seiner Einschätzung vor allem die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie viele Verbraucher in Bedrängnis bringen. Crif hält daher bundesweit bis zu 110.000 Privatpleiten für möglich.
Viele Menschen, die Einkommenseinbußen durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit erlitten hätten, hätten versucht, mit eigenen Rücklagen oder privat geliehenem Geld durchzuhalten. «Die finanziellen Reserven vieler Betroffener sind aufgebraucht. Dazu kommen die stetig steigenden Miet- und Energiepreise», sagte Schlein. «Daher gehen wir auch 2022 von weiter hohen Privatinsolvenzzahlen aus.»