Beschäftigte mehrerer sächsischer Brauereien befinden sich im Arbeitskampf. Hintergrund sind die bislang erfolglosen Tarifverhandlungen für die Brauwirtschaft im Tarifgebiet Sachsen und Thüringen. Nach Darstellung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) stößt die Streikwelle auf große Beteiligung. Die Bierproduktion von vier Betrieben der Radeberger Gruppe sei größtenteils zum Erliegen gekommen, auch die Auslieferung sei betroffen. Die Warnstreiks sollen noch bis zum Wochenende dauern.
Gewerkschaft will sieben Prozent mehr Lohn
Neben den Beschäftigten des Freiberger Brauhauses und der Radeberger Brauerei waren auch die Mitarbeiter der Sternburg Brauerei in Leipzig und der Krostitzer Brauerei zum Arbeitskampf aufgerufen. Laut Gewerkschaft weigert sich die Arbeitgeberseite bisher, ein Angebot vorzulegen. Die Gewerkschaft fordert ein Lohnplus von sieben Prozent und 100 Euro mehr für Auszubildende.
Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt
Der Sächsische Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss äußerte sich am Donnerstag nicht zum weiteren Vorgehen. Allerdings meldeten sich einzelne Brauereien zu Wort. Die Radeberger Brauerei bedauerte, dass es nach der ersten Verhandlungsrunde noch zu keinem Angebot der Arbeitgeberseite kommen konnte. Die Tarifgemeinschaft werde das nachholen können, wenn die Arbeitnehmervertreter «echte Verhandlungsbereitschaft» signalisieren, sagte Unternehmenssprecher Hendrik Wagner auf Anfrage.
Brauereien rechnen mit wirtschaftlichem Schaden
Wirtschaftlich nicht tragfähige Maximalforderungen würden einen Tarifabschluss leider derzeit nicht möglich machen, betonte Wagner. Man sei auf einen Streik vorbereitet gewesen. «Das ändert aber nichts daran, dass eine bewusst so kurzfristig anberaumte, sich über mehrere Brau- und Abfülltage hinziehende Arbeitskampfmaßnahme gerade jetzt in der aktuellen Hochsaison für unsere Produkte die natürlichen Abläufe ins Stocken bringt und somit potenziell auch wirtschaftlichen Schaden anrichtet.»