Der französische TGV-Hersteller Alstom muss sich bei der geplanten Übernahme der Zugsparte von Bombardier aus Sicht von Branchenexperten auf eine gründliche Wettbewerbsprüfung durch die EU-Kommission einstellen. «Die kartellrechtlichen Hürden sind sehr hoch», sagte Maria Leenen vom Beratungsunternehmen SCI Verkehr am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die aktuell starke Nachfrage nach Bahntechnik werde auf ein geringeres Angebot stoßen. Vor allem für kleinere Bahnunternehmen könnte es schwieriger werden: «Sie werden deutlich weniger Alternativen haben.»
Nach Darstellung von Leenen würden Alstom und Bombardier vor allem den Markt für Diesel- und Hybridfahrzeuge in Europa beherrschen. Auch in dem für den Regionalverkehr sehr wichtigen Segment Elektrotriebwagen kämen beide in Europa auf einen Marktanteil von 47 Prozent. Die Wettbewerber Siemens (18 Prozent) und Stadler (21 Prozent) brächten es zusammen auf 39 Prozent. Danach folgten derzeit nicht viele andere Anbieter. Unternehmen wie die Deutsche Bahn wären Herstellern damit noch stärker ausgeliefert als bereits bisher.