Der sächsische Mittelstand sucht dringend Nachfolger zur Übernahme von Unternehmen. Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn steht bei rund 1000 Firmen jährlich eine Übergabe an, bis 2026 sind es mehr als 7600, meist aus Altersgründen. Nach Angaben von Sachsens Wirtschaftsministerium wird es immer schwieriger, passende Nachfolger zu finden. Viele kleine und mittelständische Firmen drohten zu verschwinden.
Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) bezeichnete die Fortführung von Unternehmen in Ostdeutschland als zentrale Herausforderung. Zahlreiche Geschäftsleute, die in der Wendezeit ihre Firmen gegründet hätten, erreichten kurz- und mittelfristig das Ruhestandsalter, sagte er am Donnerstag bei einem Besuch von Firmen, bei denen die Nachfolge in der Chefetage gelang. So sei jeder dritte Inhaber eines Handwerksbetriebes älter als 60. Man müsse die Inhaber motivieren, sich früh mit der Übergabe auseinanderzusetzen.
«Grundsätzlich fehlt es an gründungswilligem Nachwuchs in Sachsen», teilte das Ministerium mit. Gründe dafür seien die jahrelange Abwanderung jüngerer qualifizierter Fachkräfte, der allgemeine bundesweite Trend zu weniger Existenzgründungen, eine strukturelle Verschiebung von stationären zu digitalen Geschäftsmodellen und veränderte Lebensplanentwürfe hin zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance.