Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu möglichen Chip-Zöllen in Höhe von 100 Prozent sorgt auch in Sachsen mit seiner Halbleiterindustrie für Verunsicherung. «Zwar ist unklar, ob und in welcher Form die Ankündigung umgesetzt wird, doch ihre protektionistische Stoßrichtung belastet bereits jetzt erneut den transatlantischen Handel», teilte das Wirtschaftsministerium mit. Zölle wirkten marktabschottend und hemmten den freien Handel, hieß es.
Der sächsische EU-Politiker Oliver Schenk (CDU) kritisierte es als inakzeptabel, dass mit dieser Zoll-Androhung das mühsam ausgehandelte Abkommen der EU mit den USA faktisch infrage gestellt werde. «Sollte diese Ankündigung umgesetzt werden, muss Europa seinerseits Nachverhandlungen und klare Gegenmaßnahmen prüfen. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Absprachen einseitig gebrochen und europäische Interessen systematisch unterlaufen werden», teilte er mit.
Allein in Dresden arbeiten viele Tausend Menschen in der Halbleiterindustrie. Infineon, Bosch und Global Foundries haben Werke in der Landeshauptstadt, TSCM baut gerade eine neue Fabrik. Die Unternehmen äußerten sich auf Anfrage zunächst zurückhaltend. Es sei noch zu früh, um über Konsequenzen zu sprechen, sagte Global-Foundries-Sprecher Jens Drews.