Die Steuerschätzung für Sachsen fällt gegensätzlich aus. Während das Land im Vergleich zur letzten Prognose im vergangenen Herbst 2025 und 2026 mit insgesamt 121 Millionen Euro mehr rechnen kann, werden für die Kommunen 115 Millionen Euro weniger erwartet. Das teilte Finanzminister Christian Piwarz (CDU) mit. Laut Schätzung kommen in diesem Jahr 19,7 Milliarden Euro und im kommenden Jahr 20,3 Milliarden Euro Steuern in die Kassen des Freistaates.
Minister spricht von einem blauen Auge und einer schwarzen Null
Piwarz zufolge ist Sachsen mit «einem blauen Auge» beziehungsweise einer schwarzen Null davongekommen. Der Minister sprach von einer «leichten Marscherleichterung». Zugleich wies er auch auf Unwägbarkeiten hin. Mit der Ankündigung massiver Zölle durch US-Präsident Donald Trump hätten sich die Aussichten nochmals eingetrübt.
«Für 2025 ist kein Wachstum mehr zu erwarten. Erst 2026 könnte der Konjunkturmotor wieder anspringen», betonte Piwarz. Zusätzliche Wachstumsimpulse sollten zudem weitere Maßnahmen liefern, die die neue Koalition im Bund in ihrem Koalitionsvertrag vorgesehen hat. «Allerdings sind damit teils auch zusätzliche steuerliche Einnahmerisiken verbunden.»
Sinkende Gewerbesteuereinnahmen belasten die Kommunen
Für die Kommunen ergibt laut Ministerium ein weniger erfreuliches Bild. Grund ist allem voran die schwache Konjunktur, was die Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens bundesweit erheblich belastet. «Für 2025 werden in Sachsen kommunale Steuereinnahmen in Höhe von 5,0 Milliarden Euro und für 2026 von 5,2 Milliarden Euro erwartet. Für beide Jahre sind das zusammen 116 Millionen Euro weniger als noch im Oktober 2024 geschätzt.»
Piwarz sagte Unterstützung zu. «Auch in schwierigen Zeiten stehen wir dabei vor allem zum Gleichmäßigkeitsgrundsatz und der Partnerschaft des Freistaates mit der kommunalen Familie. Durch den Sächsischen Finanzausgleich können die erwarteten Mindereinnahmen der Kommunen in den Jahren 2025/2026 vollständig ausgeglichen werden.»