Siemens-Chef Joe Kaeser macht den Mitarbeitern des von Schließung bedrohten Turbinenwerks in Görlitz Hoffnung. «Wir werden Görlitz nicht fallen lassen», sagte er am Mittwoch am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. «Wir werden diesen Menschen helfen, wir geben ihnen eine Zukunft.» Er wisse zwar noch nicht wie, aber es werde einen Weg geben. Siemens sei wirtschaftlich stark genug.
Der Industriekonzern will wegen schlechter laufender Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik weltweit rund 6900 Jobs streichen, rund die Hälfte davon in Deutschland. Zwei Standorte in den sächsischen Städten Görlitz und Leipzig sollen geschlossen werden. Einschnitte sind auch in Berlin, Offenbach und Erfurt geplant. Gewerkschaften laufen Sturm gegen die Pläne; Politiker hatten sich für den Erhalt der Arbeitsplätze starkgemacht.
«Wenn ich keine Aufträge habe, muss ich reagieren», verteidigte Kaeser die geplanten Stellenstreichungen auf einem Empfang der Wochenzeitschrift «Die Zeit» in Davos. Die Veränderung in der Branche seien Realität. Er verwies darauf, dass gleichzeitig Tausende neue Jobs bei Siemens in anderen Bereichen entstünden.