Nur Tage nach einem verspäteten Saisonstart wegen der Corona-Pandemie hat die Sächsische Dampfschiffahrt Dresden (SDS) Insolvenz angemeldet. Der Antrag ging am Mittwochmittag beim Amtsgericht Dresden ein, wie ein Sprecher sagte. Das Unternehmen wird sich nach eigenen Angaben erst am Freitag zur eigenen Zukunft öffentlich äußern. Die Geschäftsführung hatte vergangene Woche über finanzielle Schwierigkeiten berichtet und die nicht gewährte zweite Tranche eines Darlehens vom Freistaat verantwortlich gemacht.
Nach Angaben von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sind die Schwierigkeiten Thema in der Regierung, und die Bedeutung der Sächsischen Dampfschiffahrt ist dem Land als Anteilseigner «sehr sehr bewusst». Der Ball liege «jetzt erstmal noch» bei der Geschäftsführung. Laut Dulig ist die Weiße Flotte mehr als ein Unternehmen und für viele Menschen ein sehr wichtiges Identifikationsmerkmal.
Mitarbeiter der SDS hatten vergangene Woche Alarm geschlagen, weil Löhne und Sozialabgaben für Mai nicht gezahlt wurden und sie um ihre Jobs und die Zukunft der Weiße Flotte bangen. Die Geschäftsführung hatte das ausbleibende Darlehen für die finanziellen Probleme verantwortlich gemacht, bei der Suche nach einer Lösung an den Freistaat appelliert und mitgeteilt, dass parallel eine Sanierung in Eigenverwaltung vorbereitet wird.