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Sachsens Wirtschaft schlägt wegen Energiekrise Alarm

Das Logo der Industrie und Handelskammer in Chemnitz. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Das Logo der Industrie und Handelskammer in Chemnitz. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Sachsens Wirtschaft befürchtet angesichts explodierender Preise Engpässe und Ausfälle in der Energieversorgung. In einem offenen Brief an die Landes- und Bundespolitik sei die dramatische Situation zahlreicher sächsischer Unternehmen durch die explosionsartig gestiegenen Energiekosten und die Unsicherheiten bei der Gasversorgung dargelegt worden, teilten die Industrie und Handelskammer (IHK) Chemnitz sowie die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) am Mittwoch mit. Die bisherigen staatlichen Maßnahmen seien unzureichend.

Gefordert wird unter anderem die Reduzierung der Gasverstromung durch sofortige Inbetriebnahme der Kohlekraftwerke sowie die temporäre Abschaffung oder Reduzierung von Abgaben und Steuern auf Energie. Begrüßt werde auch die vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) angestoßene Debatte, trotz des Krieges nicht die energiepolitischen Realitäten zu ignorieren. «Eine kurzfristige und alternativlose Komplettabkopplung von russischen Energieträgern ist ohne gravierende wirtschaftliche und soziale Verwerfungen in Deutschland und Europa nicht möglich», hieß es weiter.

Ein Handeln der Politik sei jetzt erforderlich, nicht erst im Herbst oder Winter, sondern schnellstmöglich, sagte Dieter Pfortner, Präsident der IHK Chemnitz. «Wenn hier nicht schnell weitere Unterstützungsmaßnahmen ergriffen werden, sind die Folgen für die Wirtschaft kaum absehbar.»

Eine Rationierung von Gas sei unter allen Umständen zu vermeiden, betonte der VSW-Präsident Jörg Brückner. «Wenn sie aber unausweichlich werden sollte, muss es einen klaren Vorrang für wertschöpfungsrelevante Tätigkeiten geben. Alles andere kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten.»

Der sächsische CDU-Generalsekretär Alexander Dierks beklagte, dass von dem vom Bund geplanten Energiekostendämpfungsprogramm (EKDP) kleinere Handwerksunternehmen nicht profitierten. So fielen die mehr als 1500 Bäckereien und Fleischereien in Sachsen beim EKDP durchs Raster. «Und das, obwohl gerade diese Betriebe, die oft seit Generationen in Familienhand sind, systemrelevant sind: Sie sind zuverlässige Arbeitgeber vor Ort und kaum ersetzbar bei der Nahversorgung in ländlichen Regionen.»

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