Sie bieten Wurst, Brötchen und Käse frisch vom Bauernhof: Aber auf den Wochenmärkten in Sachsen bauen immer weniger Händler ihre Stände auf. «Teilweise gibt es Rückgänge von fünf bis zehn Prozent», sagt die Chefin der Deutschen Marktgilde in Sachsen, Katrin Schiel, in Dresden. Vor allem kleine Städte seien von dem Schwund betroffen. «Händler suchen sich die Märkte, wo die meisten Kunden sind und wo sie den höchsten Umsatz erwarten können.» Und das seien die größeren Städte.
Vor allem dort gelingt es, dem Abwärtstrend zu trotzen. Wochenmärkte seien nach Einschätzung Schiels noch immer sehr beliebt - in kleineren Städten auch als ein sozialer Treff: «Die Kunden, meist Senioren, verabreden sich dort zum Kaffee.» In Sachsen managt die Marktgilde in mehr als 30 meist kleineren Städten die Wochenmärkte. Mit etwa 160 Marktständen ist der «Lingnermarkt» auf der Lingnerallee am Deutschen Hygienemuseum in Dresden der bundesweit größte Wochenmarkt unter Marktgilde-Regie.
«Auch Markthändler werden älter und geben auf, wenn sie keine Nachfolger finden», sagt Schiel. Das könne selbst gut geführte Geschäfte treffen. Anderen Unternehmen wieder fehlten Mitarbeiter im Verkauf. Zudem mache den Händlern die Konkurrenz der Supermärkte, Discounter und des Internethandels zu schaffen, aber auch Dinge wie Mindestlohnregelung. Die niedrigen Preise des Lebensmittelhandels könnten viele nicht mitgehen. «Ich freue mich immer, wenn ein Geschäft fortgeführt wird oder wenn jemand einen neuen Stand anmelden will», sagt Schiel. Aber das sei seltener geworden. «Markthändler ist ein Knochenjob.»