Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und die sächsische Polizei wollen in Zukunft stärker zusammenarbeiten. Der MDR und die Polizeihochschule Sachsen unterzeichneten am Donnerstag eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Ziel soll sein, dass Journalisten und Polizisten mehr Verständnis für die Arbeit der jeweiligen Seite entwickeln und Medienvertreter bei Polizeieinsätzen besser geschützt werden - etwa vor Übergriffen von Demonstranten.
«Vor einigen Jahren hätte ich mir noch nicht vorstellen können, dass ich mir Sorgen mache bei Demonstrationen», sagte MDR-Intendantin Karola Wille. Inzwischen gebe es aber teils offenen Hass und Aggressionen gegen Medienvertreter. Daher sei es wichtig für den MDR, seine Mitarbeiter bestmöglich etwa vor Übergriffen bei Demonstrationen zu schützen. Die Zusammenarbeit mit der Polizei solle ein Baustein dafür sein.
Bei der Kooperation soll es auch um die Arbeit und Rechte der Presse gehen. Polizisten sollten bereits in ihrer Ausbildung lernen, was Rundfunkfreiheit bedeute, etwa bei der Beschaffung von Filmmaterial, sagte Wille. «Umgekehrt heißt das auch: Wenn die Polizei ihrer Arbeit nachkommen muss, was bedeutet das für uns?»