Die Bahninitiative Chemnitz hat ein Sofortkonzept für eine stündliche Direktverbindung zwischen Chemnitz und Berlin vorgelegt. Als Vorzugsvariante wird dabei die bestehende Strecke über Elsterwerda ausgemacht. «Die Infrastruktur ist da, die durchgängigen Züge müssten nur bestellt werden», sagte der Sprecher des Bündnisses Sebastian Drechsler am Montag bei der Präsentation des Konzepts. Bisher enden die Regionalzüge aus Berlin und Chemnitz jeweils in Elsterwerda, so dass Reisende zwischen beiden Großstädten dort umsteigen müssen. Aus Sicht des Bündnisses sollten beide Linien zusammengeführt und ohne große Mehrkosten eine Direktverbindung geschaffen werden.
Die fehlende Anbindung von Chemnitz an den Fernverkehr ist seit Jahren ein Ärgernis in der Region. Immerhin handelt es sich um die mit 245 000 Einwohnern viertgrößte Stadt in Ostdeutschland und ein wichtiges Ballungsgebiet bundesweit. So monierte die Bahninitiative, zu der etwa der Fahrgastverband Pro Bahn und der Industrieverein Sachsen 1828 gehören, dass von Chemnitz aus kaum Städte außerhalb Sachsens auf direktem Weg per Zug erreichbar sind. An Brisanz gewinnt diese schlechte Bahnanbindung mit Blick auf 2025, wenn Chemnitz als Europas Kulturhauptstadt internationale Besucher anlocken will.