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Initiative: IC-Angebot in Chemnitz nicht gut genug

Das Logo der Deutschen Bahn ist auf der Front eines ICE zu sehen. / Foto: Bernd Thissen/dpa/Symbolbild
Das Logo der Deutschen Bahn ist auf der Front eines ICE zu sehen. / Foto: Bernd Thissen/dpa/Symbolbild

Nach 16 Jahren ohne Anschluss an den Fernverkehr ist Chemnitz seit Juni wieder Halt eines IC-Zugs. Doch nicht alle sind zufrieden mit der aktuellen Situation.

Seit knapp einem halben Jahr hat Chemnitz wieder einen Anschluss an den Fernverkehr - aus Sicht der Bahninitiative Chemnitz reicht das Angebot jedoch nicht aus. Die schlechte Anbindung sei der Kern des Problems, sagte der Sprecher der Initiative, Sebastian Drechsler. «Das ist kein richtiges, tragfähiges Angebot, das viele zum Umsteigen bewegt.»

Bahnkunden können seit Mitte Juni zweimal täglich - um 6.26 Uhr und 8.26 Uhr - ohne umzusteigen nach Berlin fahren. Der doppelstöckige IC braucht zweieinhalb Stunden zum Flughafen BER. Bis zum Berliner Hauptbahnhof sind drei Stunden Fahrt geplant. Auf Nachfrage teilt die Bahn mit, dass sich die Auslastung im «niedrigen zweistelligen» Prozentbereich befinde. Für eine Aussage zur Nachfrage auf dem Streckenabschnitt sei es aber noch zu früh. «Unser Ziel ist, die neue Verbindung noch bekannter zu machen, da derzeit noch Kapazitäten zur Verfügung stehen», sagte eine Bahnsprecherin.

Drechsler kritisierte, dass die Bahn einen weiteren Ausbau der Verbindung vom Interesse der Fahrgäste abhängig mache. «Man stellt ein billiges Angebot auf die Schiene und sagt: Wenn ihr das nicht nutzt, seid ihr selbst schuld.» Das Angebot sei für Pendler nach Berlin aber nicht attraktiv, weil es zu wenige Fahrzeiten gebe und der Direktzug länger brauche als eine Verbindung mit Umstieg in Leipzig.

Das 9-Euro-Ticket habe gezeigt, dass großes Interesse vorhanden sei, wenn das Angebot gut sei, sagte Drechsler. «Für eine Mobilitätswende brauchen wir eine gute Anbindung und eine regelmäßige Taktung.» Die Verantwortung für den Ausbau dürfe man nicht auf die Fahrgäste abwälzen.

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