In einigen asiatischen Ländern gehören sie regelmäßig zum Speiseplan, auch hierzulande kommen die Menschen an Insekten als Nahrungsmittel nicht vorbei. Davon ist zumindest Kai Hempel überzeugt, der Geschäftsführer der Insektenzucht madebymade in Pegau nahe Leipzig. «Da gibt es einfach keine Alternative zu», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Sein Betrieb, den er ab 2018 gemeinsam mit zwei Partnern aufbaute, besteht heute aus zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Gemessen an der Produktionsmenge sei er der größte Zuchtbetrieb in Deutschland. Dass die Europäischen Union seit Ende Januar weitere Insekten - den Getreideschimmelkäfer und Grillen - für die Produktion von Nahrungsmitteln zugelassen hat, ändere jedoch nichts an dem Geschäftsmodell des aus Dresden stammenden Züchters. «Wir machen weiter wie gehabt - wie alle anderen Züchter auch», sagte Hempel.
Schon vor der EU-Zulassung konnten einzelne Insektenarten zu Lebensmitteln verarbeitet werden, erklärte Hempel: «Wir essen also schon eine ganze Weile Insekten, zum Beispiel in Nudeln.» Dass die Sechsbeiner vor allem eine umweltschonendere Quelle zur Abdeckung des Proteinbedarfs sind, sei noch nicht in den Köpfen vieler Menschen angekommen. «Momentan züchten wir die Larven der Schwarzen Soldatenfliege, trocknen sie und geben sie dann zum Beispiel Hühnern oder Fischen zu essen - die wir dann wiederum essen», erklärte der 35-Jährige.