Wenige Monate vor der vorgezogenen Bundestagswahl plant die Gewerkschaft Verdi einen außergewöhnlichen Schulterschluss mit den öffentlichen Arbeitgebern. Die Kommunen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen befänden sich in einer dramatischen finanziellen Lage, für die dringend eine Lösung gefunden werden müsse, teilte der Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiter Paul Schmidt mit. «Acht von zehn Landkreisen in Sachsen sind de facto pleite.» In Sachsen-Anhalt und Thüringen sei die Situation ähnlich prekär.
Die Gewerkschaft wolle deshalb vor der Bundestagswahl am 23. Februar einen gemeinsamen Appell an die Bundesregierung richten, um die kommunale Finanzausstattung zu verbessern. Verdis Vorschlag an die öffentlichen Arbeitgeber: «Trotz aller Differenzen sollten wir im Bundestagswahlkampf eine gemeinsame Position einnehmen und die Lösung dieses Problems zu einem zentralen Wahlkampfthema machen.» Verdi wolle die Arbeitgeber möglichst zeitnah zu einem gemeinsamen Termin einladen, um die gemeinsamen Forderungen an die Politik zu formulieren.