Wenn in einem Krimi gleich zu Beginn eine Figur fragt «Was sollte schon passieren?», ist klar, dass nichts Gutes folgen kann. So auch im neuesten «Tatort» aus Weimar. Dort läuft eine Krankenschwester im Maßregelvollzug gleich nach dieser Frage in ihr Verderben.
Der Fall der erwürgten Schwester und der daraufhin geflohene psychisch kranke Häftling rufen das Ermittlerpaar Dorn und Lessing (Nora Tschirner und Christian Ulmen) auf den Plan. Doch natürlich ist längst nicht alles so, wie es zu Beginn erscheint und schon gar nicht so, wie es der Zuschauer am Anfang durch die Augen des mit Medikamenten vollgepumpten Häftling «Gobi» (Jürgen Vogel) zu sehen glaubt. Wie üblich braucht es einige unerwartete Wendungen, ungewöhnliche Hintergrundgeschichten und aberwitzige Dialoge, bis ein für seine skurrilen Einfälle bekannter Weimar-«Tatort» fertig ist.
Das Erste zeigt «Der wüste Gobi» am Dienstag (26. Dezember) um 20.15 Uhr. Der neue Fall steht den vorigen in nichts nach: von seinen überzeichneten Charakteren wie dem vom wunderbaren Ernst Stötzner («Charité», «Babylon Berlin») gespielten Psychiatrie-Chefarzt Eisler, bis zu Sprüchen wie «Das Leben ist wie eine Bratwurst: Man weiß nie, was drin steckt.»