Im Nachlass von Hannes Hegen, dem Erfinder der Comiczeitschrift «Mosaik», sind zwei verschollen geglaubte Heft-Manuskripte aus dem Jahr 1963 gefunden worden. Sie waren nicht veröffentlicht worden, weil der DDR-Verlag Junge Welt die Handlung zunehmend kritisch sah, wie der Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag in Berlin mitteilte. Am 16. Mai, dem 100. Geburtstag von Hegen, erscheine nun posthum eine der beiden 62 Jahre alten Episoden mit den drei Kobolden Dig, Dag und Digedag.
Die Erfinderserie wurde dann 1964 vorzeitig abgebrochen. Bereits fertige Text-Manuskripte, Exposés und Figuren-Entwürfe wurden im Archiv von Hannes Hegen bewahrt. Er hat zudem ein riesiges Archiv an Büchern hinterlassen, die noch immer für die Recherche etwa zu historischen Gebäuden und Uniformen nützlich sind.
Die zwei ehemaligen Mosaik-Zeichner Ulf S. Graupner und Steffen Jähde haben die Episode «Duell an der Newa» nun passend zu den Text-Manuskripten aus dem Nachlass von Hegen umgesetzt. «Gezeichnet wurde traditionell per Hand», erklärte Löffler. Die Zeichnungen wurden aber dann digital zusammengefügt und koloriert. Das Heft erscheint als Mai-Special, also zusätzlich zur regulären «Mosaik»-Ausgabe.
Das «Mosaik» erschien erstmals im Dezember 1955 in Ost-Berlin. Es war bis zum Mauerfall immer sofort vergriffen. Der Grund: Hegens drei pfiffige Helden verbreiteten keine sozialistische Propaganda, sondern führten den Leser rund um die Welt und in die unterschiedlichsten Zeitepochen - etwa ins antike Rom.