Sachsens Wäldern drohen erneut immense Schäden durch den Borkenkäfer. Die Schädlinge breiten sich Fachleuten zufolge zunehmend auch in höhere, bisher weniger betroffene Regionen des Erzgebirges aus. «Unsere Hoffnungen, dass sich die Situation normalisiert und sich der Wald erholen kann, erfüllen sich nicht», sagte Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) am Freitag. «Wir befinden uns im fünften Jahr der Borkenkäferkrise.»
Nach Beobachtungen der Forstleute hat der Schwarmflug der Käfer dieses Jahr mindestens eine Woche früher begonnen. Daher sei zu befürchten, dass bis zu drei Generationen schlüpfen können und sich die Schäden deutlich ausweiten. Schwerpunkte seien Ostsachsen, das Elbsandsteingebirge, Mittelsachsen sowie das östliche und mittlere Erzgebirge, hieß es.
Förster und Waldbesitzer stöhnen seit Jahren über große Schäden, die die Käfer im Wald anrichten. Sie bohren sich durch die Rinde von Bäumen und legen dort Brutgänge für ihre Nachkommen an. Durch höhere Temperaturen, Trockenheit und Stürme werden Bäume geschwächt, so dass sie weniger widerstandsfähig gegen die Schädlinge sind. «Der enorme Borkenkäferbefall ist eine Folge der Klimakrise», sagte Günther.