Die Ankündigung vor vier Jahren war vollmundig: 2021 werde in Pöhla im Erzgebirge ein neues Bergwerk in Betrieb gehen und jährlich bis zu 400.000 Tonnen Erz fördern. Zwar wurden über einen Erkundungsschacht einige Tausend Tonnen abgebaut und in einer Pilotanlage aufbereitet. Von einem regulären Bergwerk ist aber zwei Jahre nach der prognostizierten Eröffnung keine Spur. «Das Problem in Deutschland ist, dass sich Genehmigungsverfahren immer mehr in die Länge ziehen», beklagt Klaus Grund, Vorstand für Bergbau und Technologie der Saxony Minerals & Exploration AG (SME). «Wir warten seit drei Jahren, dass es weitergehen kann.»
Zinn, Wolfram, Flussspat und Indium will die SME in dem Ortsteil von Schwarzenberg dem Berg abtrotzen und in der Region aufbereiten. Und es könnten weitere Metalle dazu kommen. Allein für Wolfram und Zinn rechnet Grund mit jeweils 1200 Tonnen im Jahr, die gewonnen werden könnten. Und die Lagerstätte reiche für einen Bergwerksbetrieb über 60, 70 Jahre, erklärt er. 150 bis 200 Arbeitsplätze könnten direkt rund um das Bergwerk entstehen und etliche mehr indirekt bei anderen Unternehmen. Doch der Weg bis zum Bergwerk ist lang - auf einen neuen Starttermin will sich Grund aktuell nicht festlegen. Er hoffe, dass das Planfeststellungsverfahren dieses Jahr abgeschlossen werde. Zumal die Firma schon einen zweistelligen Millionenbetrag investiert habe.