Auf dem Gelände der TU Dresden steht das weltweit erste Gebäude aus Carbonbeton. Der «Cube» ist mit Ausnahme der Fenster-Stahl-Glaskonstruktion komplett aus Beton mit nichtmetallischer Bewehrung gebaut. «Das ist der Baustoff der Zukunft», sagt der Professor für Massivbau an der TU Dresden und Bauherr, Manfred Curbach. Zu dem Material wird seit 28 Jahren in Sachsens Landeshauptstadt geforscht.
«Wir haben schon an ungefähr 150 Bauwerken in acht Ländern Carbonbeton eingesetzt, zur Verstärkung oder als Fassade», sagt Curbach. Der «Cube» vereine als Anschauungsobjekt jetzt alles, «was wir können». Zu dem Material werde inzwischen auch andernorts geforscht, etwa in Italien, und es verbreite sich immer mehr. Aber: «Wir sind im Moment die einzigen, die tatsächlich so viel Know-how haben, dass wir ein Haus aus Carbonbeton bauen können.»
Carbonbeton verfügt über eine Bewehrung aus Kohlenstofffasern, die im Unterschied zu Stahl viel leichter, flexibler formbar und hoch belastbar ist und nicht rostet. Es sei «ein ziemlich großer Mosaikstein, um das gesamte Bauen klimaneutral zu machen», sagt Curbach. Man brauche weniger Beton, um den Stahl vor Witterungseinflüssen zu schützen, und könne bis zu 70 Prozent CO2-Ausstoß sparen. «Auf die Herstellung von Zement gehen sieben bis acht Prozent des globalen CO2-Ausstoßes zurück.»