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Mehr als 120 Unfälle nach Schnee und Glätte in Sachsen

Symbolbild Glatteis / pixabay Vilkasss
Symbolbild Glatteis / pixabay Vilkasss

Besonders betroffen: das Vogtland und der Raum Leipzig. Wie die Lage auf den Straßen aktuell aussieht.

Heftiger Schneefall und überfrierende Nässe haben den Straßenverkehr in Sachsen zu Wochenbeginn stark beeinträchtigt. Die Polizei zählte am Montag in der Zeit von Mitternacht bis zum Vormittag mehr als 120 Unfälle, wie eine Anfrage bei den fünf Polizeidirektionen ergab. Laut DWD-Fakten fielen am Montagmorgen zwischen fünf und zehn Zentimeter Neuschnee. Unter der Schneedecke war es aufgrund der überfrierenden Nässe eisglatt.

Mehr Unfälle auf glatter Straße - oft unangepasste Fahrweise

In allen Regionen wurde ein deutlich erhöhtes Unfallaufkommen registriert, und mehrere Personen wurden verletzt. Ein Lastwagenfahrer musste nach einem Unfall im Landkreis Görlitz mit einem gebrochenen Bein ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem er die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und gegen einen Baum geprallt war.

In den meisten Unfällen war unangepasste Fahrweise auf der eisglatten Straße die Ursache. Im Landkreis Zwickau überholte ein Autofahrer einen Lastwagen und rutschte in den Gegenverkehr, was zu einer Kollision mit einem anderen Wagen führte. Der Fahrer des anderen Fahrzeugs wurde leicht verletzt, während die meisten anderen Unfälle nur Blechschäden zur Folge hatten. So rutschte in Dresden ein Müllfahrzeug gegen ein parkendes Auto. Auf der A4 bei Frankenberg (Landkreis Mittelsachsen) und der A14 bei Leipzig ereignete sich am Morgen ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen.

Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, ihr Fahrverhalten den winterlichen Straßenverhältnissen anzupassen und mehr Zeit einzuplanen. Wer kann, sollte bei Blitzeis und extremer Glätte auf unnötige Fahrten verzichten.

Geduld von Bahnreisenden erforderlich

Wer bei Schnee und Eis auf die Bahn setzt, benötigt Geduld. Laut Bahn kommt es derzeit zu Ausfällen und Verspätungen bei der ICE-Verbindung von Frankfurt über Eisenach, Erfurt und Leipzig nach Dresden, erklärte man am frühen Montagmittag. Der Grund sind die Auswirkungen von Schnee und Eis auf die Bahninfrastruktur im Raum Frankfurt am Main. Verspätungen und Ausfälle gibt es auch auf den Fernverkehrsverbindungen zwischen Magdeburg und Berlin.

Zudem ist die Intercity-Verbindung über Magdeburg, Halle und Leipzig nach Dresden wegen der Wetterbedingungen im Raum Hannover betroffen. Auch die Züge von München über Erfurt, Leipzig, Bitterfeld und Wittenberg nach Berlin fahren momentan verspätet, da hier Wetterauswirkungen im Raum Nürnberg auftreten. Verspätungen gibt es auch auf der ICE-Verbindung über Erfurt und Halle nach Berlin.

Der heftige morgendliche Schneefall und die Straßenglätte haben ebenfalls den ÖPNV im Freistaat beeinträchtigt. Aufgrund der aktuellen Wetterlage kann es zu kurzfristigen Störungen, Verspätungen und auch Ausfällen im Linienverkehr kommen, teilten die Verkehrsbetriebe mit. Besonders der Busverkehr ist betroffen.

Geringeren Einfluss hatten Eis und Schnee dagegen auf den Flugbetrieb in Leipzig/Halle und Dresden. «Es gibt derzeit keine Verspätungen, alles läuft nach Plan», sagte der Sprecher der beiden Flughäfen, Uwe Schuhart, auf Anfrage. Der Winterdienst sei rund um die Uhr im Einsatz und habe die Start- und Landebahnen rechtzeitig geräumt.

Es bleibt bei erhöhter Glättegefahr

Auch in den kommenden Tagen hält das Winterwetter Sachsen in Schach. Am Dienstag wird zwar weniger Schnee fallen, aber die Gefahr durch gefrierende Nässe bleibt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. «Vielerorts steigen die Temperaturen tagsüber über den Gefrierpunkt, und am Abend sowie in der Nacht friert es erneut», erklärte ein Meteorologe. Dadurch könnte es wieder spiegelglatt werden. Laut DWD wird am Mittwoch ein weiteres Tiefdruckgebiet erwartet, insbesondere im Vogtland wird dann mit heftigem Schneefall gerechnet.

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